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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 00:58 Uhr

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eutin 08 setzt seine Erfolgsgeschichte in der Schleswig-Holstein-Liga mit einem 1:0 gegen Neumünster fort

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2014 | 11:26 Uhr

„Wenn wir effektiv spielen, führen wir zur Pause 3:0“, stellte der Trainer des PSV Union Neumünster, Patrick Nöhren, fest. Seine Fußballer brachen am Sonnabend in der Schleswig-Holstein-Liga vor 431 Zuschauern wie eine Urgewalt über Spitzenreiter Eutin 08 herein, hatten allein in der ersten Viertelstunde vier hochkarätige Chancen - und verließen doch als 0:1(0:0)-Verlierer den A-Platz des Fritz-Latendorf-Stadions.

„Ostseehalle!“, stimmte Tim Brunner nach dem sehr, sehr, sehr glücklichen Sieg auf dem Rasen im Kreis seiner Mitspieler den Jubelgesang an. Mit 35 Punkten aus 14 Spielen hat Eutin 08 sich als erstes Team für die Hallen-Masters in Kiel qualifiziert. „Das ist sensationell“, meinte der Eutiner Trainer Hans-Friedrich “Mecki” Brunner stolz.

Auf dem Rasen spielten zunächst die Neumünsteraner groß auf. Sie deckten schonungslos Eutiner Abstimmungsprobleme in der Defensive auf. Ehe sich die Gastgeber versahen, hatte PSV-Angreifer Issam Khemiri zweimal freie Schussbahn und scheiterte beide Male am reaktionsschnellen Fabian Oeser zwischen den Eutiner Pfosten (2., 5.), dann köpfte Marc Bark den Ball auf die Latte (12.). In den Sturmwirbel der Gäste hinein setzte Lasse Bork ein erstes, noch ziemlich zaghaftes Zeichen, sein Schuss nach Vorlage von Clemens Lange wurde jdoch zur Ecke abgeblockt (13.). Die beste vieler guter Möglichkeiten des PSV Union Neumünster vergab Khemiri nach präzisem Zuspiel von Christoph Pfützenreuter, als er sich zentral durchsetzte und den Ball am machtlosen Oeser vorbei an den Innenpfosten schob, von dort prallte der Ball ins Feld zurück (14.).

Allmählich kehrte die Ordnung in das Eutiner Abwehrverhalten zurück. Timo Schwartz sah für ein hartes Foul gegen Pfützenreuter die Gelbe Karte (23.) und wurde wegen Gelb-Rot-Gefahr schon nach einer halben Stunde gegen Felix Ahlers ausgewechselt. Jetzt kam Eutin 08 besser in die Partie, Clemens Langes 25-Meter-Schuss wehrte PSV-Torwart Jan-Henrik Seelow mit einer spektakulären Flugparade ab (40.). „Es gab viel zu besprechen, weil wir ein, zwei Dinge nicht gut gemacht haben. Ich habe die Spieler auf die Fehler hingewiesen, die wir gerade in der Anfangsphase gemacht haben“, begründete Mecki Brunner die Länge der Kabinenansprache, die die volle Viertelstunde dauerte. Die Mannschaft hatte die Worte des Trainers offensichtlich gut verstanden.

Nach dem Seitenwechsel herrschte in der Gästedeckung Vollbeschäftigung. Hinzu kam die Verletzung des überragenden Carsten Pfützenreuter, der sich an der Wade verletzt hatte. Felix Ahlers setzte sich in der Mitte mit schnellem Antritt durch, scheiterte aber an Seelow, der auch den Nachschuss von Kevin Hübner per Fußabwehr entschärfte (49.). Eutin 08 setzte nach, Sebastian Witt blieb bei einem Solo nach optimalem Anspiel von Clemens Lange am gegnerischen Strafraum hängen (55.). Doch die nächste Kombination führte zum Erfolg. Lasse Bork sprintete mit dem Ball von rechts in den Strafraum, passte kurz vor dem herausstürzenden Jan-Hendrik Seelow in die Mitte, wo Clemens Lange im richtigen Moment zur Stelle war und den Ball ins leere Tor drosch (56.).

Die Gäste ergaben sich keineswegs in die Niederlage. Mecki Brunner rief sein Team immer wieder zur Ordnung: „Weiter, weiter, arbeiten!“ Letztlich brachten die Gastgeber den Sieg in einer Partie, die immer hitziger und nickliger wurde, über die Zeit.

Patrick Nöhren haderte mit der Ungerechtigkeit des Fußballs: „Eutin 08 spielt zwei gute Chancen heraus und macht ein Tor. In der zweiten Halbzeit war es ein Abnutzungskampf.“ Mecki Brunner war nach dem Sieg sichtlich erleichtert: „Wenn es zur Pause 4:0 für Neumünster gestanden hätte, hätten wir uns nicht beschweren dürfen.“ Er lobte die Leistung des Gegners: „Es ist hier noch keine Mannschaft so couragiert und torgefährlich aufgetreten wie heute der PSV.“

Patrick Nöhren fasste seine Eindrück zusammen: „Das war die beste erste Halbzeit, die wir in dieser Saison gespielt haben. Von der Leistung war das Spiel heute für uns in Ordnung – vom Ergebnis her natürlich nicht. Aber es ist eben so: Wenn du oben stehst, hast du das Glück.“

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