Eutin : „Gleichstellung geht alle an“

Marion Krekel ist Eutins neue Gleichstellungsbeauftragte.
Marion Krekel ist Eutins neue Gleichstellungsbeauftragte.

Marion Krekel ist Eutins neue Gleichstellungsbeauftragte und hat beide Geschlechter im Blick.

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15. August 2019, 15:19 Uhr

Eutin | Das Thema Gleichstellung, das macht Marion Krekel im Gespräch schnell deutlich, hat für sie nicht nur etwas mit Frauen zu tun. „Ich bin keine Frauenbeauftragte, sondern eine Gleichstellungsbeauftragte und als solche für Frauen- und Männerthemen zuständig, wann immer sie etwas mit Gleichstellung zu tun haben“, sagt Eutins neue Gleichstellungsbeauftragte.

Der 58-Jährigen gehe es um das Aufbrechen der Rollenklischees, um Vernetzung „der vielen guten Angebote, die es hier schon gibt“ und darum, Frauen Wege aufzuzeigen, politisch aktiv zu werden. Innerhalb der Verwaltung sei sie Ansprechpartner bei vielfältigen Themen – von Mobbing, bis Bevorzugung des Geschlechtes oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zwar für beide, Männer und Frauen. „Wir sind als Verwaltung da schon besser aufgestellt als manch anderes Unternehmen mit der Möglichkeit der Teilzeitausbildung und -arbeit, der Kindernotfallbetreuung und der Telearbeit und versuchen viel möglich zu machen für die Mitarbeiter“, betont Bürgermeister Carsten Behnk. Er freue sich, dass die Stelle, die bis Jahreswechsel Gudrun Dietrich innehatte, nun wieder besetzt sei und dies, wie im Stellenplan vorgesehen und mit einer vollen statt einer halben Stelle . Das Land gebe Mittel dazu, damit die Stadt Eutin keine finanzielle Mehrbelastung durch die gesetzlich geforderte Aufstockung habe, erklärte Behnk.

Der erste Arbeitstag von Marion Krekel liegt gut sechs Wochen hinter ihr. „Ich bin immer noch dabei, alle kennenzulernen. Innerhalb der Verwaltung aber auch die ganzen Initiativen, Vereine und Verbände die es in Eutin gibt. Das ist mir wichtig, denn dann hört man oft auch schon, wo der Schuh drückt und was die entscheidenden Themen sind“, sagt Krekel. Sie habe selbst Ideen, die sie selbst angehen möchte. Die abschließende Entscheidung, was als erstes angegangen werde, treffe sie aber, wenn sie sich einen Überblick verschafft habe. „Gleichstellung ist ein riesiges Gebiet, da gibt es unendlich viele Themen“, sagt Krekel. Sie wolle ziel- und bedarfsorientiert arbeiten, noch immer liege der Schwerpunkt der Betreuungs- und Hausarbeit beispielsweise bei den Frauen, was diese wiederrum in Schwierigkeiten bringe, nach den Kindern problemlos zurück in die Arbeitswelt zu kehren. Die Betreuungssituation sei ein großes Thema. Und sie wolle ihren Bereich transparenter machen – nach innen und außen: „Nur wer weiß, was Gleichstellung bedeutet und warum das ein wichtiges gesellschaftliches Thema ist, kann dem offen gegenüberstehen“, sagt Krekel. Und weshalb ist Gleichstellung so wichtig? „Weil Frauen durch ihre Rolle immer noch Nachteile haben und Männer, die vielleicht aktiv in der Vaterrolle aufgehen wollen, mit den Hänseleien von anderen umgehen müssen“, nennt Krekel ein Beispiel. Es gehe um Chancengerechtigkeit. Künftig werde sie nicht nur frauenspezifische Belange in die Arbeit der Stadtvertretung miteinbringen, sondern auch Verwaltungsvorlagen und Bewerbungen mit Blick auf die Gleichstellung und Gleichbehandlung prüfen.

Marion Krekel hat beruflich viele Bereiche durchlaufen: Als staatlich anerkannte Erzieherin hat sie mehrere Jahre in der deutsch-türkischen Kulturarbeit verbracht, hat dann Weiterbildungen im Projektmanagement und betriebswirtschaftlichen Bereich absolviert und war in verschiedenen Bundesländern im Bereich soziale Arbeit, Kultur und Gesundheits- sowie Bildungsbereich tätig. 2013 erfüllte sie sich den Kindheitstraum vom Leben im Norden und arbeitete erst als Bildungskoordinatorin für Flüchtlinge im Kreis Rendsburg-Eckernförde, bevor sie die Stelle in Eutin annahm.

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