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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 14:17 Uhr

Gleichstellung erneutes Reizthema

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Malte Tech (FWE) erneuert seine Kritik an der Gleichstellungsförderung in der städtischen Verwaltung / Lob für den Seniorenbeirat

Zügig hat die Stadtvertretung am Mittwochabend eine lange Tagesordnung abgewickelt: Fast ausnahmslos einstimmige Beschlüsse und wenig Diskussionen prägten die Behandlung von 22 Punkten binnen gut einer Stunde.

Nur bei einem Bauvorhaben gab es Widerspruch: Die vier Vertreter der Grünen lehnten eine Änderung des
B-Planes für einen Neubau in der Baulücke an der Albert-Mahlstedt-Straße ab, weil dort, wie es Eike Diller formulierte, zu viel Natur „plattgemacht“ werden solle. Grundsätzlich sei die Verdichtung der innerstädtischen Bebauung gut, aber das dort geplante Projekt sei einfach zu massiv.

Während alle weiteren Beschlüsse (siehe Info-Kasten) einstimmig gefasst wurden, gab es nur noch Redebeiträge zu den jeweils jährlich erstatteten Berichten der Gleichstellungsbeauftragten sowie der beiden Senioren- und Behindertenbeauftragten.

Die Gleichstellungsbeauftragte Gudrun Dietrich schilderte von ihr organisierte Veranstaltungen und Seminare, ihre Arbeit in lokalen und überregionalen Netzwerken wie der 2005 gegründeten Eutiner Frauenrunde oder bei dem Aufbau eines Netzwerkes für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Malte Tech (Freie Wählergemeinschaft Eutin) wiederholte seine schon im Hauptausschuss am 12. April formulierte Ansicht, dass die Gleichstellungsarbeit in der vorhandenen Form überflüssig geworden sei. Der Frauenanteil des Verwaltungspersonals betrage 64 Prozent, eine Förderung von Männern finde allerdings nicht statt und ein Mann könne auch nicht Gleichstellungsbeauftragter werden, stellte Tech fest.

Eike Diller (Grüne) nannte die Argumentation Techs als gute Begründung für eine Fortsetzung der Gleichstellungsarbeit. Daneben widerspreche auch die alltäglich von Männern gegen Frauen ausgeübte Gewalt gegen die Forderung Techs.

Viel Lob für ihre Arbeit ernteten Ulla Lorenz und Hans Rech, die beiden Senioren- und Behindertenbeauftragten, ausdrücklich sagten Vertreter der CDU- und SPD-Fraktion sowie der Bürgervorsteher Dieter Holst Dank. Die Zusammenarbeit mit den Gremien und der Verwaltung sei unkompliziert und zufriedenstellend, Anregungen von Bürgern würden schnellstmöglich bearbeitet, stellte Rech ergänzend zu dem schriftlichen Bericht fest. Die größte Herausforderung seien natürlich die Bautätigkeiten im Rahmen der Stadtsanierung und der Landesgartenschau und die damit verbundenen Einschränkungen für Gehbehinderte und ältere Menschen gewesen. Als spannende Aufgabe warte ein Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Hans Rech forderte alle Bürger auf, dem Beirat weiter Anregungen für seine Arbeit zu geben. Außerdem appellierte er an alle, mehr Rücksicht walten zu lassen. Das gelte zum Beispiel für rasende Radfahrer in der Fußgängerzone („Das sind bei weitem nicht nur Jugendliche“) wie auch für Kraftfahrer, die ihr Auto auf Überwegen parkten, die eigens für Gehbehinderte gebaut worden seien.

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erstellt am 30.Jun.2016 | 11:11 Uhr

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