Gleichstellung beim Kreis soll wieder eine Vollzeit-Aufgabe sein

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08. März 2017, 13:48 Uhr

Nach einem Vierteljahr Denk- und Beratungspause des Kreistages kehren in der Gleichstellungsstelle der Kreisverwaltung wieder geregelte Verhältnisse ein: Der Hauptausschuss hat Dienstag beschlossen, einen Sperrvermerk aufzuheben und am 1. April für die Gleichstellungsarbeit wieder eine volle Stelle zu genehmigen. Der Sperrvermerk war auf Betreiben von CDU und Grünen zum Jahresende 2016 eingerichtet worden, als die Gleichstellungsbeauftragte Christine Ewers in Ruhestand ging und dieser Umstand dafür genutzt werden sollte, die Gleichstellungsarbeit zu überdenken.

Christine Ewers hatte eine Zwei-Drittel-Stelle, das andere Drittel der Stunden leistet Silke Meints. Mit ihr sei über die Zukunft der Gleichstellungsarbeit gesprochen worden, berichtete Petra Kirner (CDU), die den gemeinsamen Beschlussvorschlag von CDU und Grünen erläuterte. Danach wird sich künftig in der Gleichstellungsarbeit wenig ändern. Neu ist, dass alle Sitzungsvorlagen des Kreistages auch über den Tisch der Gleichstellungsbeauftragten gehen sollen. Im übrigen soll die Gleichstellungsstelle weiter darauf hinwirken, dass der Anteil der weiblichen Führungskräfte in der Kreisverwaltung wächst und sie soll die Arbeit des Gleichstellungsbeirates stärker unterstützen.

Die SPD-Fraktion, die vehement gegen den Sperrvermerk gefochten hatte, legte sich im Ausschuss wieder quer: Die von CDU und Grünen formulierte Aufgabenliste widerspreche der gesetzlich festgelegten Unabhängigkeit der Gleichstellungsbeauftragten. Der Kreistag dürfe ihr gar keine Weisungen erteilen, sagte SPD-Sprecher Burkhard Klinke.

Die vom Ausschuss-Vorsitzenden Timo Gaarz dazu befragte Silke Meints teilte diese Kritik nicht: „Ich sehe das als Unterstützung meiner Arbeit und nicht als Gängelung“, sagte sie zum Papier von CDU und Grünen, das mit der zusätzlichen Stimme des FDP-Vertreters angenommen wurde, während SPD und FWG dagegen stimmten. Gegen den Beschluss, den Sperrvermerk aufzuheben und so der Gleichstellungsarbeit wieder eine volle Stelle zu gewähren, stimmte allein Malte Tech (FWG).

Tech hatte zuvor nach einem Bericht von Silke Meints über die Gleichstellungsarbeit im vergangenen Jahr wieder die Diskussion angefangen, ob nicht angesichts eines Frauenanteils von 62 Prozent am Personal des Kreises eine Erhöhung des Männeranteils angestrebt werden müsse?

Bei gleicher Qualifikation würden männliche Bewerber nicht benachteiligt, sagte Silke Meints. Sie bestätigte die vom fraktionslosen Kreistagsabgeordneten Stephan Hedicke geäußerte Vermutung, dass ein hoher Frauenanteil mit einem hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigung zusammenhänge: Fast 50 Prozent der Frauen in der Kreisverwaltung arbeiteten Teilzeit, nur neun Prozent der Männer. Da greife immer noch die alte Rollenverteilung, Frauen seien eher bereit, Aufgaben in der Familien zu übernehmen. Allerdings wachse die Zahl der jungen Männer, die bereit seien, für die Familie eine Auszeit zu nehmen.

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