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GLC-Nachfolge: Rönck betont Chance für Malente

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Aufbruchstimmung herrschte eindeutig nur bei einem Teil der Gemeindevertretung. Der andere Teil blickte am Donnerstagabend eher skeptisch in die Zukunft, nachdem der touristische Dienstleister der Gemeinde „GLC Glücksburg Consulting“ angesichts der drohenden Vertragskündigung zum Ende 2017 selbst die Reißleine gezogen und die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte.

Zunächst mussten die Gemeindevertreter wohl erst einmal die Geschehnisse der vergangenen Tage und Wochen verdauen, drehte sich ein großer Teil der Debatte doch auch um die Sitzung der vorigen Gemeindevertretung, bei der die GLC-Gegner durch verlassen des Saals eine Abstimmungsniederlage verhindert hatten. Die Fraktionschefs von CDU und SPD, Uwe Potz und Jürgen Redepenning, beharkten sich in diesem Punkt ausführlich.

Potz teilte außerdem gegen Bürgermeisterin Tanja Rönck aus, die einen schriftliche GLC-Nachfrage nach konkreten Kritikpunkten unbeantwortet gelassen habe. GLC gebe in Malente 150  000 Euro mehr aus, als das Unternehmen an Honorar bekomme, erklärte Potz. Das sei auch Tanja Rönck bekannt, sie mache es nur nicht öffentlich, kritisierte er.

Massive Bedenken meldete Potz an, ob es gelingen könne, kurzfristig eine neue touristisches Vermarktung zu organisieren. „In einem Vierteljahr ein Konzept zu erstellen: Wir sagen schon heute, das ist unmöglich.“ Er sehe niemanden in der Verwaltung, der eine neue Vermarktung rechtlich einwandfrei auf die Beine stellen könne. Die Erfolgsstory von GLC werde Malente nicht fortsetzen können und alles werde erheblich teurer, sagte Potz voraus. Trotz aller Skepsis versicherte er, die CDU werde sich nicht zurückziehen: „Wir werden mitarbeiten und die Sache kritisch begleiten.“

Die Skepsis teilte auch FDP-Fraktionschef Wilfred Knop. Er stellte die Frage, ob es nicht sicherer gewesen wäre, erst seine Vorstellungen zu sammeln und dann zu entscheiden, wie es CDU und FDP vorgeschlagen hätten. „Weg mit Schaden löst doch Ihre Probleme allenfalls kurzfristig und kann neue, größere verursachen, weil wir nun unter Zeitdruck arbeiten müssen“, hielt er den GLC-Gegnern vor.

Diese beurteilten die Lage ganz anders: „Wir haben eine große Chance, weil wir eine Gemeinde mit Potenzial sind“, sagte Dagmar Nöh-Schüren (Bürger-Innen für Malente). Jürgen Redepenning rief alle dazu auf, an einem Strang zu ziehen: „Wir haben viel zu tun, wir haben es gemeinsam zu tun und wir müssen es schnell machen“, erklärte der SPD-Fraktionschef und versuchte, die CDU mit ins Boot zu holen. „Ich finde es gut, dass die CDU mitmachen will.“

Bürgermeisterin Tanja Rönck bestritt, ein GLC-Schreiben nicht beantwortet zu haben. Malente sei nicht der einzige Ort, der sich touristisch neu ordne. „Ich bedauere, dass so wenig Vertrauen in die Entscheidungsträger gesetzt wird, dass einige annehmen, Malente würde bei dieser Aufgabe, die andere geschafft haben, scheitern.“

Rönck warnte vor zu hohen Erwartungen. Zunächst genüge es, etwas auf die Beine zu stellen, was die wichtigsten Punkte der Vermarktung abdecke. „So ein Projekt entwickelt sich im Laufe der Zeit, wenn dann jemand vor Ort ist, der mit Fachkompetenz und eigenen hohen Ansprüchen ,seinen‘ Tourismus, ,sein‘ Malente aktiv weiterdenkt.“ Malente habe jetzt die Chance, etwas Neues zu schaffen.

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erstellt am 23.Dez.2016 | 16:22 Uhr

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