Eutin : Glänzender Abschluss der Saison

Mit dem Gala-Abend verabschieden sich die Verantwortlichen, Solisten und Musiker und der Chor der Festspiele in dieser Saison.
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Mit dem Gala-Abend verabschieden sich die Verantwortlichen, Solisten und Musiker und der Chor der Festspiele in dieser Saison.

Die Eutiner Festspiele verabschieden sich mit einem besonderem Gala-Abend von dieser Spielzeit, bei dem sich mehr als 1600 Gäste an starkem Gesang und buntem Feuerwerk erfreuten.

shz.de von
02. September 2018, 17:25 Uhr

Der Himmel dräute mit grauen Wolken, den Gala-Abend am vergangenen Freitag der Eutiner Festspiele ungemütlich werden zu lassen. Nach wenigen Tropfen hatte er es sich aber anders überlegt und der Abend konnte trocken erlebt werden. Das Programm unter dem Titel „Hallo Weber, hello Bernstein“ sah im ersten Teil Musik der deutschen Romantik vor, nach der Pause widmete es sich der Musik der amerikanischen Moderne.

Die Kulisse der Seebühne lädt ein, als Auftakt Stücke aus der Oper „Der Freischütz“ erklingen zu lassen. Kulisse, Tribüne, Freischütz, Bernstein – das bedeutet lange Verbundenheit mit Eutin. Stammt doch die Tribüne „aus der Zeit von Webers Jugendjahren“, wie Rainer Wulff, der als Moderator launig durch den Abend führte, augenzwinkernd bemerkte. Bernstein hat vor 30 Jahren auf dieser Bühne schon dirigiert und Hilary Griffiths, der an diesem Abend die Kammerphilharmonie Lübeck, unterstützt von mehreren Blechbläsern, routiniert und schwungvoll dirigierte, war 15 Jahre lang Musikalischer Leiter der Festspiele gewesen.

Die Solisten Mirka Wagner (Sopran), Joslyn Rechter (Mezzosopran), Tobias Haaks (Tenor) und Miljenko Turk (Bariton) sangen ihre Soli mit Leichtigkeit und passten bei Duetten und Quartetten mit ihren Stimmen hervorragend zusammen. Stimmgewaltig präsentierten sie die Concert Suite Nr.2 aus Bernsteins „West Side Story“ am Ende. Wenn auch Mirka Wagners Stimme anfangs manchmal etwas zu schrill klang – bei von Flotows letzter Rose aus der Oper „Martha“ war sie weich und klar und in Gershwins Duett aus „Porgy and Bess“ überstrahlte sie an der Seite des wunderbaren Bariton Miljenko Turk den sehr guten Festspielchor. Joslyn Rechter, die zunächst eher zurückhaltend sang, gewann im Laufe des Abends an Ausdruckskraft.

Die Beleuchtung, die im Laufe des Abends staunen machte über die Unterschiedlichkeit ihrer Farbgebung bei Bühne und Umgebung, sorgte für die entsprechende Stimmung. Im Scheinwerferlicht konnte man Nachtinsekten für Glühwürmchen halten, sogar Fledermäuse stellten sich ein, pünktlich zu Wagners „O du, mein holder Abendstern“ ließen sich die ersten Sterne blicken. Auch einzelne Details der Inszenierung, zum Beispiel die Idee, den Chor der Eutiner Festspiele bei Otto Nicolais „O süßer Mond“ auf der Hälfte der Tribüne dem Orchester gegenüber zu platzieren, überraschten positiv. Leider mussten sie auf diese Weise dem weiter hinten sitzenden Teil des Publikums den Rücken zukehren, ein bisschen schade. Schön war auch, dass die Bläser bei Wagners „Tannhäuser“ von oben auf der Tribüne, und dort besonders ins Licht gerückt, spielten.

Das Feuerwerk im Anschluss entlockte dem Publikum nach dem gut drei Stundigen Programm viele „Ahs“ und „Ohs“ und beschloss die diesjährigen Festspiele mit einem weiteren Höhepunkt.

Wer für die nächste Spielzeit gleich Karten kaufen will für das Musical „Kiss me, Kate“ oder die Verdi-Oper, kann das unter eutiner-festspiele.de sowie unter 04521/80010.


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