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Eutiner Stadtgebiet : Giftköder mit Rasierklingen und Nägeln – Hündin „Alma“ hatte Glück

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Welpe musste in einer Tierklinik operiert werden und überlebte den gefährlichen „Snack“. Hundebesitzer sind alarmiert.

shz.de von
erstellt am 08.Nov.2017 | 00:02 Uhr

Eutin | Über die sozialen Netzwerke verbreitet sich die Information wie ein Lauffeuer: „Achtung Giftköder in Eutin.“ Die Hundebesitzer reagieren darauf fassungslos, schockiert – und dankbar für jeden Hinweis.

Eine der vielen Warnungen auf Facebook:

Anne Grüter hatte Glück im Unglück mit ihrem knapp sechs Monate alten Welpen „Alma“: Sie überlebte die Operation in einer Lübecker Tierklinik, bei der ihr endoskopisch ein Nagel aus dem Dünndarm entfernt wurde. Zuvor hatte sie am Sonntagabend mehrmals erbrochen. Dabei entdeckte Grüter Stücke einer zerbrochenen Rasierklinge und ebenfalls einen Nagel. Nach Rücksprache mit einem Tierarzt fuhren sie Montagmorgen gleich in die Klinik. „Wir hatten wirklich Glück. Die oberflächlichen Verletzungen der Schleimhäute werden abheilen. Der Nagel konnte endoskopisch entfernt werden“, erzählt Grüter und fügt sarkastisch hinzu: „Das war ein teures Häppchen für rund 1200 Euro.“

Der zwei Zentimeter große Nagel (siehe Pfeil) konnte endoskopisch aus „Almas“ Bauch entfernt werden.
Der zwei Zentimeter große Nagel (siehe Pfeil) konnte endoskopisch aus „Almas“ Bauch entfernt werden. Foto: shz.de
 

Wo genau der Köder lag, kann sie nur vermuten. „Irgendwo zwischen Rosengarten und See ist mein Freund abends mit ihm nochmal unterwegs gewesen.“ Am Freitag hatte „Alma“ ein Stück altes Brötchen auf der Büchereiwiese entdeckt, damit gespielt, „aber das wäre früher herausgekommen, so lange braucht die Verdauung nicht“, weiß Grüter.

Sie versteht nicht, was Menschen dazu treibt: „Es gibt Menschen, die mögen keine Hunde, aber man muss doch akzeptieren, dass es Hunde gibt. Natürlich sind da auch die Halter gefragt, die die Losungen wegmachen müssen und ihre Tiere gut erziehen. Aber Menschen, die man nicht mag, setzt man doch auch keine Hackbällchen mit Rasierklingen vor.“ Die Tiere schlingen und kauen nicht, deshalb sei es für die Besitzer auch schwer, immer alles zu sehen. „Wir wollen andere Hundebesitzer einfach nur warnen, Acht zu geben“, sagt Anne Grüter. Schließlich gehen viele im Stadtgebiet diese Runde.

Die Warnung verbreitete sich auch über Facebook schnell. Einige Nutzer munkeln: „Nur Hundekot kann doch dafür nicht der Auslöser sein.“ Auf der Seite „Giftköder-Alarm“ posten Hundebesitzer regelmäßig von Funden: Sei es Rattengift nahe des Pönitzer Sees oder Schneckenkorn, ein Ungeziefervernichtungsmittel, am Waldesrand in Lensahn. Auch Giftköderfunde am Kleinen Eutiner See, an der Beuthiner Straße und auf der Sonnenkoppel sind auf einer Übersichtskarte registriert.

Angezeigt werden solche Funde oder Vorfälle selten von den Hundehaltern, weiß die Polizei auf Nachfrage zu berichten: „Seit Herbst vergangenen Jahres treten Einzelfälle im gesamten Kreis immer mal wieder auf“, so ein Polizeisprecher. Auch Anne Grüter überlegt noch, ob sie Anzeige erstattet. „Aber erwischen wird man solche Menschen vermutlich nie.“

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