Ostholstein : Gewerkschaft: "Üble Trickserei" bei Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosigkeit unter älteren Menschen ist im Kreis Ostholstein höher als offiziell benannt.

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03. Februar 2011, 10:42 Uhr

eutin | Darauf hat die Industrie-Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt hingewiesen. Nach Angaben der Baugewerkschaft wurden im Dezember 234 Ältere in der offiziellen Arbeitslosenzahl nicht berücksichtigt. Ihre Erklärung: Arbeitslose verschwinden nach einem Jahr aus der Statistik der Agentur für Arbeit, wenn sie in dieser Zeit kein Stellenangebot bekommen haben. Davon betroffen seien vor allem Hartz-IV-Empfänger, die älter als 58 Jahre sind.

Die IG Bau Holstein kritisiert die "absurde Logik" dieser Regelung: "Hier werden völlig falsche Anreize gesetzt. Wenn ein Jobvermittler die Arbeitslosenzahl in seinem Bereich senken will, erreicht er das am leichtesten dadurch, dass er die älteren Arbeitslosen ein Jahr lang links liegen lässt - bis sie aus der Statistik fallen", sagte Uwe Hahn.

Für den stellvertretenden Vorsitzenden des IG BAU-Bezirksverbandes Holstein ist die geltende Regelung "eine üble Trickserei" mit der Arbeitslosenstatistik. Mit so geschönten Zahlen entstehe ein verzerrtes Bild von der Beschäftigungssituation Älterer. So werde die Rente mit 67 "auf Biegen und Brechen" gerechtfertigt, sagte Uwe Hahn.

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