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58-Jähriger erstochen : Getöteter Familienvater: Erste Tatverdächtige nach Bluttat in Kabelhorst

vom

Der rätselhafte Tod eines 58-Jährigen im Kreis Ostholstein wirft viele Fragen auf. Die Mordkommission ermittelt. Und hat einen Tag nach der Tat erste Verdächtige.

Kabelhorst | Einen Tag nach dem gewaltsamen Tod eines Familienvaters in Kabelhorst im Kreis Ostholstein gibt es erste Tatverdächtige. Das teilte die Staatsanwaltschaft Lübeck am Freitag mit. Es sei aber noch niemand festgenommen worden, sagte die Sprecherin der Behörde, Ulla Hingst. Nähere Angaben machte sie nicht, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Sie betonte: „Hinweise auf eine fremdenfeindliche Tat liegen nicht vor.“

Die Lübecker Mordkommission ermittelt in dem rätselhaften Tötungsdelikt, das die ländliche Idylle in dem kleinen Dorf Kabelhorst tief erschüttert. Ein Familienvater lag Donnerstagmorgen tot in seinem Haus. Die Obduktion ergab, dass das Opfer aufgrund multipler Stichverletzungen verblutet ist. Dies teilte die Polizeidirektion Lübeck am Freitag mit.

„Um 6.30 Uhr klingelte seine Ehefrau bei mir, schrie und weinte“, berichtet Nachbarin Renate Ritter (70). Immer wieder habe sie gerufen: „Mein Mann ist tot, mein Mann ist tot!“ Und aus dem rot geklinkerten Haus des Paares sei zu hören gewesen, wie die beiden Söhne, drei und fünf Jahre alt, nach Mama und Papa schrien. Die Nachbarin bricht bei der Erinnerung daran in Tränen aus. „Bevor ich den Notruf wählen konnte, kam auch schon der Rettungswagen.“ Nach Polizeiangaben rief die Ehefrau die Rettungskräfte.

Die kleine Sackgasse füllte sich mit Einsatzfahrzeugen. Notarzt, Polizei und Feuerwehr. Dann kamen Kripobeamte in Zivil, Beamte der Spurensicherung und schließlich der Leichenwagen.

War es ein Familiendrama oder hat ein Einbrecher den Familienvater getötet? Oder gibt es gar einen ganz anderen Hintergrund? Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ macht Ulla Hingst, Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft keine Angaben.

In Kabelhorst ist die Erschütterung an jeder Ecke spürbar. Der Getötete war bei allen beliebt. Als Jean Claude T. (58) vor ein paar Jahren aus Afrika kam und das Häuschen in Kabelhorst kaufte, haben die Menschen in der ostholsteinischen Provinz den dunkelhäutigen Mann sofort ins Herz geschlossen. Das Opfer stammt aus dem westafrikanischen Benin, war aber deutscher Staatsbürger. Er arbeitete in der Küche des Gosch-Hotels im nahen Grömitz. Von 9 bis 22.30 Uhr, wie die Kabelhorster erzählen.

Irgendwann war Jean Claude T. dann nicht mehr alleine, Eunice W. zog bei ihm ein. Sie kam aus Kamerun oder von der Insel Mauritius, ganz einig sind sich die Nachbarn da nicht. Die beiden Söhne erblickten das Licht der Welt, und die Bindungen in der Nachbarschaft wurden noch enger, weil nun die Kinder miteinander spielten. „Seine Söhne waren sein Hobby“, erzählt Dorit Evers (54). „Er war so ein liebenswerter Mensch. Ich kann mir nicht vorstellen, wer ihm etwa antun wollte.“

Polizeibeamte vernahmen am Donnerstag alle Anwohner der Sackgasse, wollten wissen, was sie gehört haben. „Wir konnten nicht helfen“, sagt Nachbarin Renate Ritter. „Aber bis der Fall geklärt ist, werden wir alle hier ein ungutes Gefühl haben.“

Am Tag vor seinem gewaltsamen Tod hatte Jean Claude T. noch die Winterreifen aufgezogen und mit den Söhnen gespielt. Eunice W. wurde am Donnerstag zunächst mit einem schweren Schock ins Krankenhaus nach Oldenburg gebracht und behandelt. Sie wurde als Zeugin vernommen.

Die beiden Jungen kamen zu einer befreundeten Familie, die sich in der Gemeindevertretung engagiert und dem Getöteten und seiner Frau stets hilfreich zur Seite stand. Gegen 15 Uhr brachten dann Kripo-Beamte Eunice W. in das Haus dieser Familie, wo sie ihre Kinder in die Arme schließen konnte.

Der Tatort ist versiegelt, darf vorerst nicht betreten werden.

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erstellt am 23.Okt.2015 | 19:15 Uhr

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