Eutin : Gesundes Essen dank Eltern

Finanzministerin Monika Heinold (mitte) informierte sich bei Stefanie Krämer (re) und Direktorin Tanja Dietrich über die Elterninitiative.
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Finanzministerin Monika Heinold (mitte) informierte sich bei Stefanie Krämer (re) und Direktorin Tanja Dietrich über die Elterninitiative.

Finanzministerin Monika Heinold besuchte gestern das Voss-Gymnasium und zeigte sich beeindruckt von der Qualität der Cafeteria, die es dank Elterninitiative seit 2005 am Gymnasium gibt.

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12. November 2018, 11:38 Uhr

„Es ist ein echter Luxus, dass wir eine Cafeteria hier haben“, sagt Emily (17) als sie sich ihren morgendlichen Kaffee in „Heinrichs Essbar“ abholt. Die Gymnasiastin ist – wie eigentlich alle Gäste – dankbar für das Eltern-Engagement, das die Cafeteria im Voss-Gymnasium erst möglich macht.

Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) machte sich gestern Morgen selbst ein Bild von der Elterninitiative: „Ich bin begeistert von dem vielfältigen und gesunden Angebot, das die Eltern hier täglich ehrenamtlich für wenig Geld bereitstellen. Man sieht ihnen an, dass es ihnen Spaß macht und gesundes Schulessen ist ein wichtiges Thema für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen“, betont Heinold. Neben dem kostenlosen Gemüse-Snack der immer angeboten werde, sei auch ein Wunsch der Schule, mit Blick auf die Umwelt von den Einwegbechern wegzukommen, weshalb Obstsalat, Müsli und Joghurt beispielsweise in großen Gläsern verkauft werde, erklärte Schulleiterin Tanja Dietrich.

Für die Schüler hat es – neben dem gesunden Essen in den Pausen – auch einen entspannenden Aspekt, wie Schülersprecherin Sara Milic (17) und Ylva Brandenburger (18) anmerkten: „Oft ist keine Zeit, sich morgens etwas für Zwischendurch mitzunehmen und hier kann man in der Pause gut runterkommen und sich mit anderen treffen. Außerdem ist das Heftangebot echt praktisch.“ Denn neben nahrhaften Dingen gibt es für 50 Cent auch Hefte bei den ehrenamtlichen Eltern zu kaufen. „Gerade für Klausuren ist das Heft Pflicht und hat schon viele Schüler“, ergänzt die 18-Jährige. Aktionen wie der Veggie-Day oder gesunde Smoothies würden ausprobiert und von den Eltern integriert, wenn es gut ankomme. „Überhaupt ist es an unserer Schule schön, dass wir Schüler mit Eltern und Lehrern gut zusammenarbeiten“, sagt Sarah Milic. „Das, was ich hier sehe, ist kein Vergleich mit den Schulkantinen, die ich noch kenne. Das ist wirklich toll“, lobte Heinold. Auch die Preisauszeichnung mit Köpfchen – gesund ist günstiger, fast zum Selbstkostenpreis als ungesünderes – fand ihren Zuspruch. „Diese Initiative zeigt, wie es gelingen kann, Schule als Lebensmittelpunkt auszugestalten und Lernen positiv zu besetzen. Früher hatten Eltern, wenn überhaupt, in Elternabenden oder per Lehrergespräch Berührungspunkte mit Schule, dass sie diese nun ein Stück mit gestalten, ist schön“, sagt Heinold.

Dass es den Eltern, die seit 2005 die Caféteria „Heinrichs Essbar“ ehrenamtlich betreiben, Spaß macht, betonten die anwesenden Damen. Sie alle seien letztlich über die Kinder zum Ehrenamt gekommen und übernehmen alle 14 Tage oder vier Wochen eine Schicht von 8 bis 12.30 Uhr. „Das lässt sich gut in den Alltag integrieren und es macht wirklich Freude“, sagt Andrea Bracke, die seit sieben Jahren dabei ist. Insgesamt hat die Initiative etwas mehr als 40 Ehrenamtler und einen festangestellten Mitarbeiter von „Die Ostholsteiner“. Die Initiative hatte sich gegründet, weil ein Caterer davor ungesünderes Essen zu deutlich höheren Preisen angeboten habe und die Eltern damit nicht zufrieden waren, erinnerte sich die Schulleiterin. Das Engagement hält bis heute und neue Mitglieder würden ständig gesucht und bei den neuankommenden Eltern der Fünftklässler geworben, wie die Vorsitzende des Elternvereins, Stefanie Krämer, betont. Eigentlich war Heinold gekommen, um für die Infoveranstaltung „Steuerrecht für Vereine“ zu werben, aber wenn sie schon einmal da sei, wolle sie sich gern auch einen Gesamteindruck verschaffen.

„Wir sind zufrieden und arbeiten als Lehrerschaft mit Schülern und Eltern sehr konstruktiv miteinander. Die Zufriedenheit liegt aber auch daran, das wir so angenehme Schülerinnen und Schüler haben“, betont Tanja Dietrich. Abgesehen vom Sanierungswunsch der Sanitäranlagen berichtete die Direktorin von ihrer Anmeldung beim Pilotprojekt des Landes, an der Mitgestaltung einer einheitlichen Schulsoftware neben dem Förderzentrum in der Albert-Mahlstedt-Straße mitwirken zu können. Die Rhythmisierung des Unterrichts (Doppelstunde) und die Veränderung vom Klassen- zum Lehrerraum interessierte Heinold. „Bei uns hat jeder Lehrer einen Raum, für den er verantwortlich ist und den er so einrichtet, wie er ihn für seinen Unterricht braucht“, erklärt Dietrich. Bei Schülern wie Lehrern komme das gut an und beuge Vandalismus in Räumen vor. Mehr noch: „Die Räume sind schöner geworden und liebevoller eingerichtet und man muss nicht mehr die ganzen Fachbücher mitschleppen, denn die sind im Raum“, sagen die Schülervertreterinnen. Auch mit der Digitalisierung schreite das Gymnasium voran, der Anschluss ans Landesnetz soll im ersten Quartal 2019 erfolgen, das lokale Breitband sei vorhanden, ebenso wie Smartboards für den digitalen Unterricht.

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