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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 00:28 Uhr

Gestohlene Wurfgeschosse auf dem Eutiner See

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 10:45 Uhr

Ein Autoreifen, ein Zaunpfahl, eine Silvesterraketen-Batterie, Betonteile, diverse Steine und Äste – den zugefrorenen Eutiner See „schmücken“ seit einigen Tagen Teile des Uferbereichs, die dort nicht hingehören. Nicht nur in der Stadtbucht, besonders in der Fissauer Bucht beklagten Spaziergänger in den vergangenen Tagen den Ausblick auf die Eisfläche. Im besonderen Maße von der Gestaltung des Sees betroffen ist der angrenzende Ruderverein.

Wolfgang Noel, dritter Vorsitzender des Germania Rudervereins, ist verärgert, habe der Verein doch bewusst auf hohe Zäune verzichtet, damit Spaziergänger einen ungehinderten Blick auf die Fissauer Bucht haben. „Wir sind böse darüber, dass Unbekannte diesen Umstand nutzten und alles, was auf dem Grundstück nicht niet- und nagelfest war, auf das Eis befördert haben.“ So haben die Betroffenen nicht nur Anker, sondern auch für die Bootslagerung genutzte Reifen vom Vereinsgrundstück entwendet. „Sogar die Steine, die das Ufer vor hohen Wellen schützen, wurden herausgerissen und auf das Eis geworfen“, beklagt Noel. Der Rudersportler gibt außerdem zu bedenken, welchen Schaden die Verursacher auch der lärmempfindlichen Tierwelt im See zufügten, wenn sie Steine auf das Eis warfen.

Auch Fischwirtschaftsmeisterin Sabine Schwarten bedauert den Vandalismus auf dem Eis: „Ich verstehe auch nicht, warum die Leute das machen, scheinbar haben sie Spaß daran oder es geschieht aus Übermut oder Zerstörungswut.“ Als Pächterin des Großen und Kleinen Eutiner Sees sowie des Sibbersdorfer Sees kennt Sabine Schwarten das Müllproblem in den hiesigen Gewässern. „Es gehört zu meinem Tagesgeschäft, Müll aus dem See ’rauszusammeln.“ Im Wasser findet Schwarten regelmäßig Fahrräder, Bratpfannen, Töpfe „und Flaschen über Flaschen.“ Sabine Schwarten hat mit ihrer Pacht lediglich das Aneignungsrecht von Fischen. Weil es sich bei dem Großen Eutiner See um ein öffentliches Gewässer handelt, sei die Stadt verantwortlich für die Reinigung. „Und das macht sie vorbildlich. Regelmäßig gehen mit meiner Unterstützung die Taucher der Johanniter in den See, um ihn von Abfall zu befreien.“ Die Stadt kümmere sich dann um die Entsorgung.

Bei der jetzigen Eisdecke sind auch Sabine Schwarten die Hände gebunden: „Man kann jetzt keinen aufs Eis rausschicken, das ist lebensgefährlich.“ Auch der Feuerwehr wolle die Fischwirtschaftsmeisterin diesen Einsatz nicht zumuten. Der Germania Ruderverein konnte einen Teil des Diebesguts inzwischen vom Eis bergen, „der Rest wird beim Tauen des Eises leider im See versinken“, bedauert Wolfgang Noel. Auch Sabine Schwarten muss untätig zusehen, wie die „Wurfgeschosse“ nach und nach absinken: „Es ist bedauerlich. Man kann nur an die Vernunft der Leute appellieren, diese Spielereien zu unterlassen.“

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