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Ostholsteiner Anzeiger

16. August 2017 | 15:04 Uhr

Gespräche um Herz und Verstand

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ortstermin: Bürgermeister-Kandidat Carsten Behnk stellt sich in einem Garten in der Bismarckstraße den Fragen der Wähler

Es ist fußkalt, der Rasen nass, im Apfelbaum hängen kaum noch Blätter. Dennoch haben sich rund 30 Eutiner zu einer kleinen Grillparty versammelt. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass so viele kommen“, sagt Gastgeber Burghard Adler halblaut. Obwohl: In den Garten eingeladen hat die Anwohner der Bismarckstraße nicht Adler, sondern Carsten Behnk. „Ich möchte mit Ihnen bei Punsch und Grillwurst ins Gespräch kommen“, sagt der Bürgermeister-Kandidat zu Beginn.

Bisher war Behnk mit einem Infostand auf dem Eutiner Wochenmarkt vertreten. Mit Unterstützung des Eutiner CDU-Fraktionsvorsitzenden Matthias Rachfahl und dessen Nachbar Burghard Adler ging Behnk nun – wie er es augenzwinkernd nennt – „in den Häuserkampf“.

Der Garten unweit des Wasserturms ist Neuland für den Groß Meinsdorfer. Und auch für viele, die seiner Einladung – einem Flyer im Briefkasten – gefolgt sind, ist es das erste Mal, dass sie Behnk gegenüberstehen. Wie Jutta Eigenmann, die sich allerdings keine Fragen für den Bürgermeister in spe zurecht gelegt hatte. „Ich möchte mir hier ein Bild von ihm machen“, sagt die Rentnerin, die Behnk sympathisch findet. „Der sieht aus wie ein großer Junge“, sagt Eigenmann mit leuchtenden Augen und nippt an ihrer Tasse Punsch. Ihre Freundin Heike Papenhausen hofft indes, dass Behnk sich um mehr Sauberkeit in Eutin kümmert. „Die sollen sich mal andere Städte wie Plön zum Vorbild nehmen“, sagt die Rentnerin. Harald Girke treibt wiederum die Frage um, ob Behnk sich für mehr Radfahrwege in Eutin einsetzt. Und ob er dem Titel „Rosenstadt Eutin“ wieder zu neuem Ruhm verhilft. Ansonsten sei Behnk „jung, sympathisch und ein Verwaltungsmensch wie ich“, sagt der pensionierte Prüfer des Rechnungshofes.

Auch Vergleiche zu Behnks Konkurrentin Regina Poersch werden angestellt. „Poersch setzt auf Herz, Behnk auf Verstand. Doch der Verstand funktioniert nicht ohne Herz“, sagt Dr. Bernhard Greiling, der Behnk rät: „Ich hoffe, dass er jemand ist, der den Dialog sucht.“ Eutin müsse wieder „intakte Finanzen“ und ein modernes Verkehrswegenetz aufweisen können – „Da setze ich auf seine Jugend“, sagt Greiling.

Klaus-Dieter Löwel kennt Behnk bereits. „Er ist ein vertrauenswürdiger Mensch“, sagt der Eutiner. Dass Kritiker Behnk vorwerfen, er sei farblos, möchte Löwel nicht unterschreiben – wendet aber ein: „Wer will denn schon Farbe bei einem Bürgermeister?“

Behnk indes mischt sich laufend unter die Gästeschar. „Ich bin ein bodenständiger Mensch aus der Region, der sich in Eutin auskennt“, wirbt der 48-Jährige in einer Runde für sich. Er sei vielseitig interessiert. Nicht nur Themen wie Sport und Kultur möchte er „an führender Stelle mehr Gewicht geben“.

Die Stimmung im Garten ist für eine Gartenparty im November gut. Behnk ist positiv überrascht von der Resonanz. Und: „Es gab viel Zuspruch und für Rückenwind für mich“, sagt Behnk über das gegenseitige Beschnuppern von Kandidat und Wählern.

Nach dem Nachbarschaftstreff am Freitag im Garten in der Bismarckstraße wiederholte sich das Ganze am Sonnabend in der Leonhardt-Boldt-Straße in Fissau. Am kommenden Donnerstag ist Behnk ab 15.30 Uhr wieder an einem Infostand vor einem Supermarkt in Neudorf anzutreffen – allerdings ohne Punsch und Grillwurst.

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erstellt am 13.Nov.2015 | 17:03 Uhr

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