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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 09:40 Uhr

Geschichte zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erfolgreich: Rund 750 Gäste besuchten das Schloss zum „Festival der Führungen“ / Kinder gingen mit Alena Boje auf Gespensterjagd

Muscheln mit Schlagmetall vergolden, Gauklerspäßen im Schlossinnenhof lauschen oder das historische Gemäuer auf zahlreichen verschiedenen Führungen von ganz anderen Seiten kennenlernen – all das war beim „Festival der Führungen“ möglich. Mehr als 750 Besucher – doppelt so viele wie im Vorjahr – nutzten die Chance am Wochenende, freute sich Organisatorin Ulrike Unger: „Das ist wirklich großartig.“

Großartig fanden die kleineren Besucher auch die Gespensterjagd durchs Schloss mit Alena Boje (23). Die Studentin der Geschichte und Anglistik ist die derzeit jüngste Führerin und schafft es, den Kindern fast spielerisch Geschichte näher zu bringen. „Es ist unheimlich spannend, Kindern, die unvoreingenommen auf Sachen zugehen, für Historisches begeistern zu können, indem man die Fakten immer mit etwas aus ihrer Wirklichkeit verbindet“, sagt sie. Das sei gar nicht schwer. Derzeit arbeitet Alena Boje an ihrer Bachelorarbeit zum Thema Flüchtling im Schloss zwischen 1940 und 1960. „Bilder, die ich von einst aus dem Rittersaal in Büchern finde, wo Flüchtlinge in Doppelstockbetten schlafen, sehe ich in der Zeitung aktuell in Farbe aus den Aufnahmeeinrichtungen“, sagt sie.

Die Kinder holte sie, wann immer möglich, in ihrer Lebenswelt ab. „Warum dürfen wir uns nicht auf den Stuhl setzen?“, wollte eine Vierjährige wissen. Boje verglich den Stuhl mit einer Socke: „Ihr kennt alle die Fussel unter euern Füßen. Ähnlich wäre das, wenn sich über die Jahre immer wieder Menschen auf die sehr alten Stühle setzen würden. Irgendwann wäre nichts mehr zum Zeigen da.“ Die Kinder nickten einsichtig. Alle Türen, auch die geheimen, und Ofenklappen durften sie öffnen, um das Schlossgespenst zu finden. Einigen, so munkelten sie, hat es sich gezeigt. Leer ging allerdings am Wochenende keiner nach Hause: Alena Boje hatten neben viel Wissen in netten Anekdoten verpackt auch einen süßen Geist für die Jüngsten im Gepäck. Doch der war auch gleich wieder weg.

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erstellt am 02.Aug.2015 | 11:26 Uhr

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