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Bosau : Geschichte der Volksbank in Bosau endet nach 109 Jahren

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Freitag ist ein trauriger Tag für die Gemeinde Bosau: Das Jugendzentrum und die Volksbank schließen ihre Türen.

von
erstellt am 25.Feb.2016 | 04:30 Uhr

Freitag endet nicht nur die Geschichte des gemeindlichen Jugendzentrums in Hassendorf. Auch die Filiale der Volksbank Eutin in Hutzfeld wird morgen geschlossen. Damit geht eine 109-jährige Geschichte in der Gemeinde Bosau zu Ende.

Die Spar- und Darlehnskasse wurde am 18. Januar 1907 von Pastor Piening und weiteren 23 Bürgern in Bosau gegründet. Es folgten rasch neue Mitglieder aus Hutzfeld, Wöbs, Pfingstberg und Augstfelde, die für 44 Mitglieder im Gründungsjahr zu sorgen. Mitglieder aus den Ortschaften Bichel, Brackrade, Hassendorf, Thürk, Steinkamp, Steinbusch, Weitewelt, Stadtbek und Kleinmeinsdorf folgten.

1936 wurde in Bosau eine Koppel gepachtet, die den Bau eines Lagerschuppens ermöglichte. Dieses Gelände wurde 1952 gekauft. Es diente bis 1965 Warenhandel und Bankgeschäften. In den Jahren bis 1948 gab es 191 Beitrittserklärungen, die sich jedoch über die Jahre durch mannigfaltige Gründe bis auf 36 Mitglieder reduzierte. Der häufige Wechsel an der Spitze der Bank führte zu vermehrten Ein- und Austritten.

1948 war für die Spar- und Darlehenskasse in Bosau besonders wichtig: Es drohte die Schließung. Die durch Dr. Henning Paulsen im Februar 1948 gegründete Saaten-, Gemüse-, Kartoffel-Anbau- und Verwertungsgenossenschaft mbH integrierte die Geldgeschäfte der Bauern aus Hutzfeld und Umgebung mit der Spar- und Darlehnskasse. Am 15. März 1949 fand eine außerordentliche Generalversammlung statt, in der Aufsichtsrat, Vorstand und der Geschäftsführer Heinrich Alberti neu gewählt wurde. Es kamen Mitglieder aus Liensfeld, Majenfelde und Quisdorf hinzu. Die Geschäftsstelle war 1949 noch in der Mühle jetzt Kurt-Pause-Weg 1 in Bosau.

1952 wurde die Hofstelle von Carl Meyer in Hutzfeld gekauft, da man schon 1950 in der Mühle von Rentzow die Geschäftsstelle eingerichtet hatte. Das Lagergebäude mit den gekreuzten Pferdeköpfen im Ährenkranz, dem Sämann und der Erntefrau, entstand 1960. In diesem Gebäude wurde auch der Kohlenhandel mit aufgenommen. 1965 erwarb man das Grundstück auf dem sich die Zweigstelle in Bosau befand. 1958 begann man mit dem Bau des Trockensilos. Kostenpunkt: Etwa 150  000 DM. Der Turm war zunächst 25 Meter hoch und hatte ein Fassungsvermögen von 370 Tonnen. 1963 erfolgte der Bau des 36,5 Meter hohen und 1000 Tonnen fassenden Trockensilos. Kostenpunkt: 420  000 DM. Der zweite Bau wurde durch die Landwirte im „Bosauer Winkel“ in Selbsthilfe im sogenannten Gleitbauverfahren hergestellt. 1967 zum 60-jährigen Bestehen gehörten der Spar- und Darlehenskasse 117 Mitglieder an.

Nach dem Ausscheiden von Alberti kam am 1. Januar 1973 Günter Pries als geschäftsführendes Mitglied in den Vorstand nach Hutzfeld. Raiffeisenbank e.G. Hutzfeld hieß sie dann ab 1976. 1982 folgte Bernhard Gehring als zweiter Geschäftsführer und blieb bis zum 30. Juni 1986. Er war zuständig für die Geldgeschäfte und Pries für die Warengeschäfte.

Das Gebäude wurde umgebaut, der Schalterraum wurde modernisiert, ein Besprechungsraum und eine Küche eingebaut. Die Übernahme der Ein- und Verkaufsgenossenschaft Eutin in Neudorf zum 1. August 1980 hatte negative Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf in Hutzfeld. In einer Mitgliederversammlung wurden 635 Genossen eingeladen. Es stimmten am 11. November 1986 von den 223 erschienenen Mitgliedern 78,8 Prozent für einen Zusammenschluss mit der Volksbank Eutin und der Raiffeisenhauptgenossenschaft eG Kiel zum 1. Januar 1987. Das Kassengebäude wurde 1989 zum Volksbankgebäude umgebaut. Das Warengeschäft führte Walter Westphal weiter. Für das Bankgeschäft wurde am 1. Januar 1987 Bodo Albrecht Filialleiter. Auch die Nebenstellen in Bosau und Sarau wurden für den Bankbereich übernommen und weitergeführt.

Seit 1. Januar 2000 ist Wiebke Petersen aus Wöbs Leiterin. Der erste Neubau war das Tiefgefrierhaus 1953 und Ende der 60 Jahre der Umbau der Wohnung zum Schalterraum. 1972 wurde die große Halle hinter dem Bankgebäude gebaut. 1978 erfolgte der Bau der Waage hinter dem Gebäude und der erste große Umbau des Bankgebäudes. Der kleine Turm wurde am 20. September 1988 um 18.10 Uhr durch Sprengmeister Manfred Bergmann aus Wahlstedt abgerissen. Das alte Warengebäude wurde ebenfalls abgerissen und das Gelände in den jetzigen Zustand versetzt. 2001 kaufte der Landwirt Volker Naue aus Brackrade das gesamte Gelände der Raiffeisen Genossenschaft. Die Hallen wurden noch bis 2003 von der Raiffeisen genutzt.

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