Eutin : Geschäft für Naturtextilien und Stoffe schließt 2019

Wollwaren aber auch Stoffe hat „Klein aber fein“.
Wollwaren aber auch Stoffe hat „Klein aber fein“.

„Klein aber fein“ an der Stolbergstraße in Eutin hört Ende Februar 2019 auf. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

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10. Oktober 2018, 18:10 Uhr

Das Geschäft „Klein aber fein“ an der Stolbergstraße 17 wird Ende Februar 2019 schließen. Inhaberin Heidrun Krull (71 Jahre alt) hat weder Nachfolger noch Nachfolgerin gefunden. Der kleine Laden in dem alten Gebäude ist für seine Wollwaren aus Skandinavien und Irland bekannt. Es bietet Westfalenstoffe an aber auch Accessoires und Dekorativ-Nützliches.

„Bis Ende des Jahres bestellen wir unsere Markenprodukte noch nach“, sagte Heidrun Krull auf Frage des OHA. Manche Kunden hätten den Wunsch geäußert und auch wegen Weihnachten. Andere Produkte liefen aus.

Ihr seien immer die Kriterien der Herstellung wichtig gewesen, erläutert Heidrun Krull ihre Geschäftsphilosophie. Zu ihrem Handel mit hochwertigen und nachhaltigen Produkten, die unter arbeitsfreundlichen Bedingungen hergestellt werden, wie sie sagt, sei sie über persönliche Kontakte gekommen. So habe sie Verbindung zu Herstellern in Irland erhalten und ihr Geschäft mit Wollwaren und Wolle aufbauen können. Erst acht Jahre als Händlerin auf dem Wochenmarkt, dann zwölf Jahre im Ladengeschäft, davon die ersten acht am Markt 13. Krull arbeitete vorher 20 Jahre lang als Grund- und Hauptschullehrerin.

Die Unternehmerin bedauert die fehlende Nachfolge: „Es ist schon schade, weil wir viele Stammkunden haben, die von weit weg zu uns kommen.“ Aber sie und ihr Mann hätten noch so viele vor.

Wer ein solches Geschäft führen wolle, müsse nicht nur verkaufen und rechnen können. Er brauche ebenso Fachkompetenz, Material- und Handwerkskenntnisse aber auch landeskundliches Wissen, wenn es um Produkte gehe, die mit bestimmten Kulturen verbunden seien.

Was nach ihrer Geschäftsaufgabe folgt, könnte Heidrun Krull egal sein, ist es aber nicht. „Ich wünsche mir, dass wieder ein adäquater Laden in dieses denkmalgeschützte Haus kommt.“ Die Fläche sei für Nischenprodukte und den Aufbau persönlicher Kundenbindungen geeignet. Von den Erträgen könne eine alleinstehende Person aber nicht leben.

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