Aus dem Gericht : Geschädigter selbst auf Anklagebank

Erst zog ihm seine Ehefrau einen Bierkrug über den Schädel, jetzt sitzt ein 45-jähriger Malenter wegen dieser Tat selbst auf der Anklagebank.

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11. März 2011, 12:54 Uhr

Eutin | Das kam so: Die schlagkräftige Gattin musste sich vor Gericht verantworten und wurde verurteilt. Dummerweise hatte der geschädigte Ehemann versucht, seine Frau in Schutz zu nehmen. Er behauptete vor Gericht, den Schlag nur des-halb abbekommen zu ha-ben, weil er eine ungeschickte Abwehrbewegung gemacht habe.

Besonders klug war diese Aussage wohl nicht. Denn erstens hat er seine Frau damit nicht vor einer Verurteilung bewahrt, zweitens hätte er als Ehemann gar nicht aussagen müssen und drittens hat er damit die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Die klagte ihn wegen uneidlicher Falschaussage an, denn dass es anders war, als von dem Malenter dargestellt, steht mit dem rechtskräftigen Urteil amtlich fest.

In seiner neuen Rolle als Angeklagter blieb der gelernte Bäcker, der von Hartz IV lebt, seiner Linie treu: "Ich bleibe bei meiner Aussage von damals", erklärte er beharrlich.

Daraufhin setzte Amtsrichter Otto Witt das Verfahren aus und erklärte sich selbst für befangen. Denn er hatte im Juni 2010 den Prozess gegen die Ehefrau geleitet und ist nun selbst als Zeuge gefragt. Das Verfahren gegen den Ehemann muss daher von einem anderen Richter weitergeführt werden.

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