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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 00:16 Uhr

Gericht bestraft falsche Aussagen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Acht Monate Gefängnis auf Bewährung für 23-jährigen Ahrensböker

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2016 | 00:32 Uhr

Angeklagte dürfen vor Gericht lügen, dass sich die Balken biegen. Gänzlich anders liegt der Fall bei Zeugen. Sie müssen bei der Wahrheit bleiben, andernfalls droht ihnen eine empfindliche Strafe – da versteht die Justiz keinen Spaß. Diese Erfahrung machte gestern ein 23-jähriger Ahrensböker vor dem Eutiner Amtsgericht. Richterin Rakel verurteilte ihn wegen falscher uneidlicher Aussage zu acht Monaten Gefängnis, ausgesetzt zur Bewährung, und folgte damit der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Der Mann hatte nach Überzeugung der Richterin gleich zweimal vor Gericht gelogen. In einem Prozess mit Amtsrichter Otto Witt vor rund einem Jahr sagte er aus, als ein Freund von ihm wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt war. Bei einer Zechtour soll der Freund einen Mann angegriffen und verletzt haben, wurde dafür auch verurteilt. Vor Gericht erklärte der 23-Jährige damals, er könne ausschließen, dass es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sei, da er die ganze Zeit mit dem Angeklagten zusammen gewesen sei.

Nun stellte er die Sache ein klein wenig anders dar. Er sei bei der Zechtour so betrunken gewesen, dass er sich nicht habe erinnern können. „Das ist etwas ganz anderes“, hielt ihm Rakel vor und fragte nach dem Grund der Falschaussage, die er bei einem weiteren Termin wiederholt hatte. Darauf wusste der Angeklagte, der eine Ausbildung zum Speditionskaufmann machen will, keine Antwort. „Das frag ich mich auch, ich hab keine Ahnung, ich kann’s nicht sagen“, stammelte er.

In seinem Plädoyer redete Staatsanwalt Kai Bergfeld dem Angeklagten ins Gewissen. In dem Gerichtsverfahren sei es um eine ganz üble Körperverletzung gegangen. Und Außerdem: „Herrn Witt in Eutin lügt man nicht an, das ist eine Institution hier.“

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