zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

20. November 2017 | 08:49 Uhr

Malente : Gerätehaus: Standort auf der Kippe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bedenken der Landesplanung gegen einen Neubau am Kreuzfelder Ortsrand könnten das Projekt doch noch zum Scheitern bringen

von
erstellt am 26.Okt.2017 | 12:02 Uhr

Droht der Planung für das dringend benötigte neue Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr in Kreuzfeld ein schwerer Rückschlag? Die bereits Ende 2015 nach intensiver Abwägung getroffene Standortwahl führte am Mittwochabend aufgrund einer kritischen Stellungnahme der Kieler Staatskanzlei zu hitzigen Diskussionen im Planungsausschuss. Schließlich beschloss der Ausschuss bei einer Enthaltung einmütig, die Planung unverändert fortzusetzen.

Der Neubau ist, wie bereits mehrfach berichtet, am Ortsrand, auf einem Grundstück am Meinsdorfer Weg im Süden Kreuzfelds geplant. Die Landesplanung hatte bereits im September 2016 angeregt, einen Standort zu wählen, der näher an die Ortslage angebunden ist. „Der zurzeit anvisierte Standort liegt abgesetzt von der Ortslage in der freien Landschaft und trägt zur Zersiedlung bei“, heißt es in dem Schreiben. Aus ortsplanerischer Sicht sei daher eine besser an die Ortslage angebundene Fläche zu wählen. Die Verwaltung will jedoch nach einer neuen Bewertung der Standortalternativen – auch unter Berücksichtigung eines geforderten und inzwischen vorliegenden Schallgutachtens – an dem gewählten Standort festhalten.

Doch der damit eingeschlagene Weg dürfte steinig werden, wie den Worten von Andreas Nagel vom beauftragten Planungsbüro Ostholstein zu entnehmen war. „Wir hoffen, dass die Landesplanung mitzieht und der Kreis auch zustimmt“, erklärte Nagel. „Da muss man sehr, sehr gut argumentieren. Das machen wir gerade.“ Doch CDU-Fraktionschef Uwe Potz meldete Zweifel an. „Wenn Sie glauben, Sie können das alles wegdiskutieren, liegt ein weiter Weg vor uns“, hielt Nagel mit Blick auf die Landesplanung entgegen. Potz warnte vor „Riesenproblemen“ und brachte deshalb eine andere Idee ins Spiel: Er schlug vor, auf dem bisherigen, als ungeeignet eingestuften Standort des Gerätehauses das dort ebenfalls stehende Dorfgemeinschaftshaus abzureißen, woanders neu zu bauen und auch den Spielplatz abzuräumen, um Platz für einen Neubau des Gerätehauses sowie eine geeignete Zu- und Abfahrt zu schaffen. „Dort könnten wir morgen anfangen zu bauen“, hob Potz mehrfach den Vorzug seines Vorschlags hervor.

Doch Kreuzfelds Ortswehrführer Andree Bendrich brachte der CDU-Fraktionschef mit seinem Vorschlag auf die Zinne. „Ich bin entsetzt, dass wir jetzt so tun, als könnten wir noch einmal bei Null anfangen“, kritisierte Bendrich. Es gebe „ganz viele Argumente“ gegen den alten Standort, etwa die Zufahrt. Seine Wehr habe den Brandschutz für Bad Malente-Gremsmühlen mit übernommen, warte aber seit Jahren auf ein angemessenes Gerätehaus, zürnte Bendrich. Für 37 Feuerwehrleute gebe es derzeit nur ein WC, keine Dusche und viel zu wenig Platz zum Umziehen. „Die Geduld meiner Kameraden ist am Ende“, warnte der Ortswehrführer, der auch stellvertretender Gemeindewehrführer ist.

Dorfvorsteher und FDP-Fraktionschef Wilfred Knop verwarf die CDU-Idee ebenfalls. „Du kannst doch
das Dorfgemeinschaftshaus nicht abreißen, wenn du noch kein Grundstück für einen Neubau hast“, hielt er Potz vor. Außerdem sei die Variante durch Abriss und Neubau des Dorfgemeinschaftshauses mit Mehrkosten verbunden und benötige Zeit für die Planung. „Bei allem Verständnis: Ich glaube, dass der Plan von Herrn Nagel mehr Erfolg verspricht“, erklärte Knop.

Die Stunde der Wahrheit naht nun Anfang nächsten Jahres. Im Dezember soll die öffentliche Auslegung der für das Vorhaben nötigen 15. Änderung des Flächennutzungsplans sowie des Bebauungsplans Nr. 94 erfolgen. Im Januar oder Februar erwartet Bürgermeisterin Tanja Rönck dann die entscheidende Stellungnahme der Landesplanung. Die bekam von Knop auch noch ihr Fett weg. „Die Landesplanung macht es sich einfach“, kritisierte Knop. „Wenn sie meint, der Standort passt nicht, soll sie sagen, welcher ihr denn passt.“

Die Gemeinde hatte insgesamt sechs Flächen unter die Lupe genommen. Doch davon erwies sich laut Vorlage keine als besser geeignet als die jetzt gewählte. Eine Fläche am Haferkamp erfüllt zwar auch die meisten Kriterien wie Erreichbarkeit, Lärmimmissionen, Wahrnehmung im Dorf, liegt aber ebenfalls außerhalb und steht der Gemeinde derzeit auch nicht zur Verfügung, weil der Eigentümer nicht verkaufen will.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen