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Generationenprojekt: Tausche Nachhilfe gegen Medienkompetenz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2014 | 16:58 Uhr

„What’s-App“, „W-Lan“ und „Flatrate“ – für viele ältere Menschen verbergen sich hinter diesen Begriffen böhmische Wälder. Während Jugendliche die neuen digitalen Möglichkeiten nahezu aufsaugen, bereitet ihren Eltern und Großeltern der technische Fortschritt immer wieder Probleme.

Grund für den Förderverein Frisbi, ein neues Angebot für jüngere und ältere Menschen zu schaffen, das im Rahmen des Tauschprojektes „Mach mal mit! Aktiv miteinander“ verwirklicht werden soll. Das Prinzip ist wesentlich einfacher als der sperrige Name des Vereines („Frei-zeit Integrierte Schüler/innen Betreuungs-Initiative“): Jugendliche zeigen Erwachsenen die erste Schritte für den Umgang mit Smartphone und Laptop und erhalten im Gegenzug Nachhilfe oder Bewerbungstraining.

„Sie können sich außerdem ein Zertifikat über die geleistete ehrenamtliche Arbeit ausstellen lassen. Besonders bei Schülern, die sich in sozialen Einrichtungen bewerben, ist dieses Zertifikat sehr vorteilhaft“, sagt Elke Springer, Vorsitzende des Förderprojektes. Gemeinsam mit Projektleiterin Petra Budweg hat sie in den vergangenen Wochen die Schulen in Plön angeschrieben, um Jugendliche für das Projekt zu begeistern.

„Es ist nicht leicht, junge Leute für dieses Thema zu begeistern“, so Budweg. Lediglich sechs Schüler hätten Interesse geäußert, zwei von ihnen seien derzeit im Abi-Stress und stünden in der Anfangszeit des Projektes nicht zur Verfügung. Ganz anders die Resonanz bei den Erwachsenen: „Wir haben bestimmt mehr als zehn ältere Leute, die das interessiert“, sagt Budweg.

Die 15-jährige Friederike Bade freut sich bereits auf die Treffen mit ihnen. Erste Erfahrungen auf diesem Gebiet hat die Schülerin gemacht. „Ich habe meiner Oma What’s-App beigebracht“, berichtet sie stolz. Im Gegenzug möchte sie von den Senioren Nachhilfe in Englisch und Mathe bekommen. Anna Sievers (18) aus Plön möchte ihren Erfahrungsschatz über die digitalen Medien ebenfalls an andere Menschen weitergeben. „Ich finde es gut, wenn sich ältere Leute mit diesem Thema auseinander setzen“, sagt sie.

Eine der Senioren, die von ihrem Wissen profitieren könnte, ist Waltraut Seebach. „Ich habe schlechte Erfahrungen mit meiner Prepaid-Karte gemacht. Es ist für mich ganz schwierig, den richtigen Handy-Vertrag zu finden“, berichtet sie. Nur ein Punkt, bei dem das neue Tauschprojekt helfen könnte.

Bevor das Ganze jedoch starten kann, gibt es noch ein Problem zu lösen. Der Förderverein sucht derzeit nach Räumen in Plön, in denen den Jugendlichen und Erwachsenen ein offenes W-Lan-Netz zur Verfügung steht. Ohne Internetverbindung funktionieren „What’s App“ und E-Mail schließlich nicht.

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