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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 14:34 Uhr

Generalmusikdirektor geht

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Urs-Michael Theus hätte sich mehr Mitsprache gewünscht / Festspiele suchen neue Dirigenten

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Gerade hatten die Neuen Eutiner Festspiele Einigkeit präsentiert und sich über die einkehrende Ruhe gefreut, da kommt ein neuer Kracher: Per E-Mail bekam Intendantin Dominique Caron am Montag die Information, das Generalmusikdirektor Urs-Michael Theus in der besonderen LGS-Spielzeit nicht mehr Teil der Festspiele ist.

Er sah sich in seiner eigentlichen Kompetenz als Generalmusikdirektor nicht wahrgenommen, begründete Theus seinen Entschluss auf Nachfrage. So habe er zwar sein Orchester selbst auswählen dürfen, sich aber aufgrund des „zu knapp bemessenen Budgets“ teilweise schon in der vergangenen Saison nicht an die Originalbesetzung der Komponisten halten können, was die Musikeranzahl betrifft, so Theus. „Die Menschen erwarten eine Qualität für die sie auch bezahlen, die aber mit der knappen Kalkulation nicht leistbar ist.“ Für drei Produktionen (Carmen, Freischütz und Vogelhändler) mit 20 Vorstellungen benötige er mindestens 220  000 Euro. Noch in der laufenden Spielzeit 2015 habe ihm Geschäftsführerin Sabine Kuhnert gesagt, dass nur 200  000 Euro zur Verfügung stehen. „Als diese Zahl nochmal auf 185  000 Euro gesenkt wurde und ich erfahren habe, dass ein Gastdirigent kommt, war mir klar, dass für mein Orchester dann noch weniger zur Verfügung steht“, sagte Theus.

Auch habe er sich Mitspracherecht bei der Auswahl der Stücke und deren Besetzung gewünscht, gern hätte er selbst Carmen dirigiert und ein anderes Werk zu seiner Entlastung abgegeben. Doch dies habe die Intendantin alles in Eigenregie entschieden. „Die Verantwortlichkeiten sind klar geregelt“, betont Kuhnert auf Nachfrage, „die Intendantin zeichnet sich verantwortlich für den kompletten künstlerischen Bereich, auch für den musikalischen Teil. Generalmusikdirektor und Chorleitung stehen auf einer Stufe darunter.“ Laut Dominique Caron gab es die Einbeziehung und sein Einverständnis zu der Wahl der Stücke, aber: „Ich bin der Kapitän und der muss die Richtung vorgeben. Wir brennen alle für das Gelingen der Festspiele. Wenn sich jemand diesem großen Ziel nicht unterordnen will, kann ich verstehen, wenn er geht.“ Sie bedauere sehr, dass Theus und sie nicht noch die fünfte Spielzeit miteinander gestalten.

Wie geht es jetzt weiter? „Wir suchen jetzt zwei neue Dirigenten, denn wir wollen die Vielfalt beibehalten und hatten auch früher bei drei Produktionen mehr als einen Dirigenten“, sagte Caron. Kuhnert ergänzt: „Seit gestern suchen wir verschärft, denn wir sind beide davon ausgegangen, das Theus Freude an der Arbeit des Prestigestücks ‚Freischütz‘ hat.“

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