Gemeinden gefragt für schnelles Internet

Entwicklungsgesellschaft Ostholstein stellt Planung vor / „Lösung ist bezahlbar“

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20. Januar 2015, 14:47 Uhr

Der Anschluss aller 57  000 Wohn- und Firmengebäude in Ostholstein an ein für Internet, Telefon und Fernsehen zukunftssicheres Glasfasernetz wird rund 230 Millionen Euro kosten. Diese Investition gehöre jetzt zur kommunalen Daseinsvorsorge, sie werde sich langfristig für alle Gemeinden auszahlen – diese Botschaft vermittelte die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (egoh) gestern Abend in Eutin.

In einer Informationsveranstaltung für Bürgermeister und Kommunalpolitiker erläuterten von der egoh beauftragte Experten die technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Details der Pläne für eine flächendeckende,
superschnelle Breitbandversorgung. Ihre Empfehlungen im Überblick: Diese Aufgabe soll, wie berichtetet, beim Zweckverband Ostholstein angesiedelt werden. Die Herstellung und der Betrieb des fast 4000 km langen Netzes muss europaweit ausgeschrieben werden. Der Netzausbau soll bis 2023 in sechs Bauabschnitten erfolgen und setzt voraus, dass mindestens 60 Prozent der jeweils betroffenen Haushalte sich anschließen wollen. Als Nutzungsgebühr sind nach derzeitigem Stand rund 60 Euro monatlich kalkuliert. Die Gemeinden leisten anteilsmäßig bis zum Jahr 2043 den Kapitaldienst, ab dann können sie für die Verpachtung des Netzes Einnahmen erwarten.

Der egoh-Geschäftsführer Claus-Peter Matthiensen ist optimistisch, dass die bis ins Detail sorgfältig ausgetüftelte Planung die Zustimmung der Kommunalpolitiker erhalten wird: „Unsere Lösung ist bezahlbar, das Risiko ist überschaubar.“ Bis Herbst erhofft er sich die Entscheidungen der 32 in Frage kommenden Gemeinden – Eutin, Bad Schwartau, Neustadt und Timmendorfer Strand haben bereits andere Lösungen gefunden – damit Ende 2016 der Ausbau beginnt.

Landrat Reinhard Sager betonte das Interesse des Kreises an der Breitbandversorgung. Dem kämen die historisch niedrigen Kreditzinsen gut zupass. Die Gemeinden hätten jetzt fundierte Entscheidungsgrundlagen.

Malentes Bürgermeister Michael Koch unterstrich die Notwendigkeit schneller Internet-Verbindungen im ländlichen Raum. „Der Weg ist richtig, aber wir werden eine ganze Menge Überzeugungsarbeit für den Anschluss leisten müssen.“

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