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Einwohnerversammlung in Bosau : Gemeinde will für Flüchtlinge attraktiv bleiben

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

96 Menschen besuchten eine Einwohnerversammlung der Gemeinde Bosau in der Fritz-Latendorf-Sporthalle. Dabei wurden auch Gerüchte ausgeräumt.

Eigentlich dürfe die Einwohnerversammlung der Gemeinde Bosau gar nicht in der Turnhalle der Hutzfelder Heinrich-Harms-Schule stattfinden, schmunzelte Bürgermeister Mario Schmidt vor den 96 anwesenden Einwohnern. Denn wenn man den Gerüchten glaube, dann sei die Halle schon längst mit Flüchtlingen belegt.

Ebenso wie verschiedene Feuerwehrhäuser und das DJO-Heim. Um mit Gerüchten dieser Art aufzuräumen, hatte die Gemeinde zur Versammlung geladen. Bisher sei es gelungen, alle Flüchtlinge dezentral in Wohnungen unterzubringen, berichtete Peter Boye, beim Amt Großer Plöner See zuständig für die Unterbringung von Asylbewerbern. „Unser Ziel ist es, dass die Leute nicht in Sammelunterkünften wohnen müssen. Dieses Konzept ist aufgegangen.“ Die Gerüchteküche sei ziemlich groß. „Ich stehe gerne in der Verwaltung zur Verfügung, um mit den Gerüchten aufzuräumen“, bot Boye an.

Derzeit sind im Amt Großer Plöner See 108 Flüchtlinge untergebracht, 54 davon in der Gemeinde Bosau. In diesem Jahr sollen 54 weitere Flüchtlinge nach Bosau kommen und 39 in die übrigen Gemeinden des Amtes. Aber: „Bis April sind nur wenige Flüchtlinge prognostiziert“, so Schmidt. Das sei für die Gemeinde aber auch eine Schwierigkeit, denn es seien Wohnungen angemietet worden und jetzt gebe es keine Zuweisungen.

„Eine weitere Herausforderung ist es, dass die Leute nach einer ersten Integration nicht in die Ballungsräume abwandern“, schilderte Bürgermeister Schmidt. Dennoch habe der ländliche Raum und auch die Gemeinde Bosau bereits eine große Integrationskraft bewiesen. Doch damit die Flüchtlinge auch bleiben, müsse genug bezahlbarer Wohnraum für diejenigen da sein, die nicht mehr von der Gemeinde untergebracht werden, betonte Boye. Außerdem müssen ganz dringend Arbeitsangebote geschaffen werden, ergänzte Schmidt. „Sonst ist es zwar schön bei uns und die Nachbarn sind auch nett, aber wenn man nicht arbeiten kann, dann zieht man in größere Städte“, so Schmidt. „Aber wir wollen die Leute hier halten.“ Für diese Problematik müsse es kurzfristige Lösungen geben. Die aber habe er an diesem Abend auch nicht, gab er zu.

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erstellt am 21.Feb.2016 | 04:00 Uhr

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