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Ostholsteiner Anzeiger

26. September 2017 | 22:15 Uhr

Gemeinde und Kirche Hand in Hand

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Neuer Vertrag über Zusammenarbeit in der Kindertagesstätte Bösdorf läuft bis zum 1. August 2021 / Kirche zahlt etwas mehr Geld

von
erstellt am 11.Mai.2016 | 22:38 Uhr

Die Gemeinde Bösdorf und die Kirchengemeinde Plön ziehen bei der Kindertagesstätte Bösdorf weiter an einem Strang. Und jetzt sogar in die selbe Richtung. Politische und kirchliche Gemeinde haben sich nach drei Verhandlungsrunden bis zum 1. August 2021 auf eine neue vertragliche Grundlage für die Kita Bösdorf geeinigt. Im Ergebnis hat die Gemeinde als größter Zahler ein größeres Mitspracherecht bekommen, die Finanzen sind auf eine neue Grundlage gestellt und der bisherige hohe Standard wird erhalten.

Am Ende ist es die gute Nachricht, dass im Ortsteil Oberkleveez der Gemeinde Bösdorf weiterhin eine qualitativ anerkannte Kindertagesstätte für aktuell 35 Kinder in zwei Gruppen mit sieben Mitarbeitern und einem Hausmeister vorgehalten wird. Die Trägerschaft liegt nach bisher 22 guten Jahren auch weiterhin in den Händen der Kirche. Es gibt ein „evangelisches Gütesiegel“ und Öffnungszeiten von 7 bis 17 Uhr.

Doch die Gemeinde Bösdorf war nicht zufrieden. Sie hatten finanziell den Löwenanteil an der Kita zu tragen, aber gefühlt zu wenig Mitsprache. So kündigte die Gemeinde erst einmal den Vertrag und es ging innerhalb der Gemeindevertretung sehr lange hin und her. Ein „harter Kern“ war schon auf der Suche nach einem neuen Träger. Doch eine Mehrheit setzte sich am Ende durch.

Es soll jetzt mehr miteinander gesprochen werden. Dafür steht schon seit Jahren neben dem gesetzlich vorgeschriebenen Beirat ein Kuratorium, doch es wurde offenbar nicht genug genutzt. Das Gremium soll jetzt vier Mal im Jahr tagen und es ist paritätisch besetzt mit: Regina Hornsmann, Alfred Stender, Engelbert Unterhalt von der politischen Gemeinde sowie Ulrich Gradert, Margrit Mühl, Bernd Tode und Oksana Fribus von der kirchelichen Gemeinde an. Kooptiert in das Kuratorium ist die Leiterin des Kindergartens, Katharina Sternberg.

„Im neuen Vertrag sind die Zuständigkeiten klar formuliert“, sagte Bernd Tode. Im Kuratorium würden die von der Gemeindevertretung und dem Kirchengemeinderat zu fassenden Beschlüsse vorbereitet: Haushaltsplan, Jahresrechnung, Beitragsordnung oder die Festlegung des Betreuungsangebotes. Eigenständig entscheide das Kuratorium über die Öffnungszeiten und die Modalitäten der Aufnahme.

Die Finanzen sind zu Gunsten der Gemeinde neu geregelt: Die Kirche beteiligt sich mit zehn Prozent an den nicht gedeckten Kosten, die im Vertrag „Unterschuss“ heißen. Die Gemeinde zahlt immer noch reichliche 90 Prozent. So liegt der Anteil der Kirche an einem errechneten „Unterschuss“ von 150  000 Euro bei 15  000 Euro. Das waren nach dem alten Vertrag noch etwa die Hälfte. Den Rest zahlt die Gemeinde. Übrigens: Die Eltern tragen 100  000 Euro und der Kreis schießt – je nach Belegung – rund 50  000 Euro zu.

„Wir sehen die Löwenlast der Kommunen“, sagte Ulrich Gradert. Aber auch die Kirche müsse sich finanziell strecken. Dennoch stelle die Kinder- und Jugendarbeit einen wichtigen Schwerpunkt in der Kirchengemeinde Plön dar. Ein Drittel der Zuweisung aus der Kirchensteuer werde dafür verwendet, rechnete Gradert vor. Dazu zähle auch die Arbeit der Jugenddiakonin, des Jugendchors und die Konfirmandenarbeit.

Alfred Stender grollte: „Das Land erhöht das Budget für die Kindergärten, doch bei den Gemeinden kommt nur wenig an.“ Engelbert Unterhalt stellte das Engagement der Gemeinde in der Kita Bösdorf heraus: „Wir stellen die Ausstattung der Kita und das Haus.“

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