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Gemeinde Malente will in Flüchtlingsunterkünfte investieren

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 15:52 Uhr

Zwar traf die Gemeindevertretung am Donnerstagabend eine ganze Reihe von Entscheidungen, eine mit erheblicher Bedeutung fiel jedoch hinter verschlossenen Türen. Die Gemeindevertreter billigten den Vorschlag der Verwaltung, eine Immobilie zu kaufen, um dort eine größere Zahl von Flüchtlinge unterzubringen. Bürgermeister Michael Koch wurde ermächtigt, bereits angefangene Verhandlungen zu einem Abschluss zu führen.

Wenn das Geschäft perfekt ist, sollen die Anwohner schnellstmöglich informiert werden, kündigte Bürgervorsteher Rainer Geerdts gestern an. „Dann werden wir ganz schnell die Anwohner informieren und versuchen, sie mit einzubeziehen.“ Darüber habe er bereits mit Bürgermeister Michael Koch gesprochen.

Bislang ist es der Gemeinde immer noch gelungen, Flüchtlinge dezentral in Mietwohnungen unterzubringen. Doch angesichts einer steigenden Zahl von Asylbewerbern seien neue Wege erforderlich, hatte Koch bereits vor Wochen mit Blick auf den geplanten Immobilienkauf erklärt.

Im Malenter Gemeindegebiet leben derzeit 92 Asylbewerber, sagte Koch. Ursprünglich hätte Malente in diesem Jahr 40 neue Flüchtlinge aufnehmen sollen, derzeit liege diese Zahl bei 101. Das sei aber nur ein Zwischenstand, der sich noch einmal deutlich erhöhen werde. „Ich gehe davon aus, dass sich diese Zahl bis zum Jahresende verdoppeln wird“, erklärte Koch. Große Anerkennung sprach der Verwaltungschef den etwa 80 Helfern aus, die sich ehrenamtlich um Flüchtlinge kümmerten. Dabei dankte er der Arbeiterwohlfahrt und namentlich Bernhard Kardell. Die Helfer seien ebenso wie die Mitarbeiter der Verwaltung an der Grenze ihrer Belastbarkeit.

In der nun zur Rede stehenden Immobilie soll Platz für etwa 55 Flüchtlinge sein. Das bedeutet: Sie wird nicht ausreichen. „Die Gemeinde steht daher in Verhandlungen mit Eigentümern von größeren Wohneinheiten, die diese aus gemeindlicher Sicht günstig an uns verkaufen wollen“, erklärte Finanzausschussvorsitzender und FDP-Fraktionschef Wilfred Knop.

Die Flüchtlingskrise hinterlässt Spuren im zweiten Nachtragshaushalt, den die Gemeindevertretung absegnete. „Wir kommen nicht umhin, Investitionen zur Unterbringung der uns zugewiesenen Flüchtlinge zu schaffen“, sagte Knop. So steigt die Höhe der geplanten Investitionen von rund 1,1 Millionen auf knapp 3,1 Millionen Euro. Ein günstiger Kredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro könne von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch genommen werden.

Auch die laufenden Ausgaben im Verwaltungshaushalt steigen, vorwiegend durch vier neue, teils befristete Stellen, die für die Bewältigung der Flüchtlingsarbeit geschaffen werden. Zwei davon befristet in der Verwaltung, um derzeit erkrankte Mitarbeiter zu ersetzen, sowie wahrscheinlich dauerhaft ein Hausmeister und ein Sozialpädagoge. Das Defizit im Verwaltungshaushalt steigt dadurch auf knapp 1,7 Millionen Euro. Einnahmen von 14,1 Millionen Euro stehen Ausgaben von 15,8 Millionen gegenüber.

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