zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 04:31 Uhr

Gemeinde Malente plant höhere Steuern

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürger sollen mehr zahlen, um das immense Haushaltsdefizit aufzufangen

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Die Malenter Finanzlage als angespannt zu bezeichnen, ist fast schon Schönfärberei. Der Haushaltsentwurf 2014, den der Finanzausschuss jetzt beraten hat, weist ein Minus von 3,4 Millionen Euro aus, das bis 2017 auf über 6,6 Millionen Euro steigen soll. Und obwohl das aktuelle Zahlenwerk die Gemeindevertretung nach gar nicht passiert hat, ist es bereits Makulatur. Denn wesentliche Ausgaben in Höhe von grob geschätzt einer halben Million Euro sind noch gar nicht berücksichtigt, erklärte Finanzausschussvorsitzender Wilfred Knop (FDP) zur Eröffnung der Haushaltsberatungen.

Voraussichtlich im April stehen daher Beratungen über einen Nachtragshaushalt an. Darin sollen dann auch ein neues Fahrzeug
für die Feuerwehr (300 000 Euro), ein Baumkataster (50 000 Euro) und ein Kataster für die Regenwasserentsorgung berücksichtigt werden – alles Vorhaben, die sich kaum verschieben lassen.

Zwar könnte Malente noch sparen, doch auf Einrichtungen wie das Strandbad am Dieksee oder den Wildpark oder Ausgaben für Bildung und Jugend will niemand ernsthaft verzichten. Also bleibt nur der erneute Dreh an der Steuerschraube, um das Defizit zumindest etwas aufzufangen. Sowohl die Grundsteuern als auch die Gewerbesteuer soll um zehn Prozentpunkte steigen, die Zweitwohnungssteuer von 12 auf 14 Prozent und die Hundesteuer von 90 auf 110 Euro. Verwirklicht werden soll das Vorhaben im Nachtragshaushalt.

Auf rund 80 000 Euro schätzte Bürgermeister Michael Koch die zusätzlichen Einnahmen durch die Steuererhöhungen. Doch: „Damit werden wir nicht einmal die Erhöhung der Kreisumlage im kommenden Jahr zahlen.“ Sie wird Malente etwa 110 000 Euro kosten. Deshalb gilt eine erneute Steuererhöhung im kommenden Jahr als wahrscheinlich. Oder die Gemeinde setzt die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer gleich um 20 Punkte herauf, wie es Knop andeutete.

Derzeit betragen die Hebesätze 360 Prozent (Grundsteuer A, Gewerbesteuer) und 380 Prozent (Grundsteuer B). Ein Anhebung um 10 Punkte würde für den durchschnittlichen Einfamilienhausbesitzer Mehrkosten von etwa einem Euro bedeuten, erklärte der ehemalige Kämmerer der Gemeinde und Ausschussmitglied Helmut Wagner (SPD). Angesichts dieser moderaten Zahlen könne er sich die vorgeschlagene Anhebung „durchaus vorstellen“. Andreas Endler (Grüne) wies darauf hin, dass Malente durch eine Anhebung der Gewerbesteuer in Ostholstein ganz oben liege. Doch die Befürchtung, das könnte negative Folgen haben, wies Knop zurück: „Die Frage der Grundsteuer ist für die Ansiedlung von Firmen absolut nachrangig.“ Das sei in der Fachliteratur belegt. Seite 4

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen