„Gemeinde ist kein Schaden entstanden“

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14. November 2013, 05:00 Uhr

Wenn alles stimmt, was die Grünen über einen vermeintlichen Investor für einen Wohnpark auf dem Schönow-Gelände zwischen der Eutiner Straße und der Schwentine herausgefunden haben, dann drängt sich eine Frage auf: Warum waren die meisten Gemeindevertreter so lange der Überzeugung, es könnte sich um einen seriösen Geschäftsmann handeln?

Offensichtlich habe man sich von dem Auftreten des Berliners blenden lassen, räumte gestern FDP-Gemeindevertreter Wilfried Knop ein. Bürgermeister Michael Koch hielt sich mit Bewertungen über die Seriosität des Mannes zurück. Wichtig sei, dass der Gemeinde kein finanzieller Schaden entstanden sei. Bei einem Fortgang der Bauleitplanung wäre es zu dem Punkt gekommen, an dem ein städtebaulicher Vertrag mit dem Investor geschlossen worden wäre. Spätestens in diesem Augenblick hätte der seine Bonität nachweisen müssen.

Der Ansatz der Grünen, dass sich die Gemeinde künftig früher über die Vertrauenswürdigkeit von Investoren informieren sollte, findet Koch interessant. Er sei gespannt, wie das von den Grünen geforderte „standardisierte Prüfverfahren für Projekte dieser Art“ aussehen soll und ob es zum Beispiel mit dem Datenschutz vereinbar sei.

Die Grünen hatten übrigens diverse Details aus dem Vorleben des Investors zusammengetragen, der nicht nur zweimal wegen Konkursverschleppung verurteilt worden sei, sondern auch an die zehn verschiedene Firmen gegründet habe. Dabei recherchierten die Grünen nicht nur im Internet, sondern auch persönlich in Detektivmanier. Gemeindevertreter Andreas Endler schrieb: „Bei einer im August 2013 vorgenommenen Besichtigung des Geschäftssitzes in Verden durch die Fraktion der Grünen Malente musste diese feststellen, dass die Büroräume offensichtlich ungenutzt sind – sie waren augenscheinlich leer. Keine Akten, keine Schränke. Von der Decke baumelte eine einsame Energiesparlampe. Auf dem staubigen Briefkasten war mit Klebestreifen der Name einer weiteren Firma (...) angebracht.“

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