Malente : Gemeinde fällt kranke Kastanien

Enthauptet präsentierte sich gestern die Kastanienallee in der Friedrichstraße.
Enthauptet präsentierte sich gestern die Kastanienallee in der Friedrichstraße.

Pilzbefallene Bäume in der Friedrichstraße waren Gefahr für Verkehrssicherheit

shz.de von
27. Januar 2015, 16:07 Uhr

Wer gestern von der Rosenstraße aus einen Blick in die Friedrichstraße (neben „Rewe“) warf, wurde Zeuge eines Kahlschlags. Wie ein Fanal ragten die komplett entkronten Stämme von acht rotblühenden Kastanien in den Himmel, während Mitarbeiter der Gemeinde dabei waren, die Kronen weiterer Bäume zu beschneiden.

Die Aktion dürfte Baumfreunden zwar in der Seele weh getan haben, doch sie war aus Sicht der Behörden unumgänglich. „Der Grund ist, dass die Bäume krank sind“, erklärte Bürgermeister Michael Koch gestern auf OHA-Anfrage die Fällarbeiten. Sie seien von einem Pilz befallen. Bei einem Ortstermin von Mitarbeitern des Kreises Ostholstein und der Gemeinde sei festgestellt worden, dass die Bäume eine Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellten. Deshalb hatte die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises die Fällung von acht Bäumen erlaubt, auch wenn diese aus Behördensicht Bestandteil einer als Biotop gelten Allee sind. Koch: „Das ist zwar schade, aber wenn die Bäume nicht mehr sicher sind, müssen sie gefällt werden.“

Zu den Bedingungen des Kreises gehört die Auflage, die acht gefällten Bäume durch geeignete Laubbäume – vorzugsweise heimischer Herkunft – mit einem Stammumfang von mindestens 14 Zentimetern zu ersetzen. „Wir wissen noch nicht, welche Baumart gepflanzt werden soll“, erklärte Koch. Er hoffe jedoch, dass dies mit einem ähnlichen Verfahren wie zuletzt bei geplanten Nachpflanzungen in der Bahnhofstraße geschehe. Dort legte der Planungsausschuss, nachdem er selbst zu keiner Lösung gekommen war, die Aufgabe in die Hände des gemeindlichen Gärtnermeisters Martin Goldberg und des Umweltbeauftragten Achim Vollert. Auf jeden Fall muss die Baumwahl mit der UNB abgestimmt werden. Die Nachpflanzung soll bis zum Ende März 2017 abgeschlossen sein.

Die Erkrankung der Kastinien ist aus UNB-Sicht Folge einer falschen Standortwahl. Deshalb sei es bei einem überwiegenden Teil der Bäume der gesamten Allee zu starken Schäden im Bereich der Krone, des Stammes und der Wurzelanläufe gekommen. So seien bei einer Ortsbesichtigung Faulstellen und Höhlungen festgestellt worden. Ein Teil der Schäden sei auch entstanden, weil Autos gegen die Bäume gefahren seien.

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