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Malente : Gemeinde erwägt, den Holzbergturm zu retten

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der hölzerne Aussichtsturm auf dem Holzberg in Neversfelde ist gesperrt: Schimmelbefall. Übernimmt die Gemeinde die Kosten für eine Sanierung und gleich den ganzen Turm vom Verschönerungsverein?

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2016 | 20:56 Uhr

Übernimmt die Gemeinde Malente die Kosten für eine Sanierung des seit vergangenem Sommer gesperrten Aussichtsturms auf dem Holzberg oder gleich den ganzen Turm vom Verschönerungsverein Neversfelde? Einen Beitrag für eine Entscheidungsgrundlage soll nun der Eutiner Prüfingenieur für Baustatik, Dr. Joachim Scheele liefern. Der Planungsausschuss beauftragte Scheele gestern Nachmittag auf Vorschlag von Bürgermeister Michael Koch, kurzfristig einen Kostenvoranschlag zu liefern, was eine Sanierung des Turms kosten würde. Dann will sich der Finanzausschuss am Donnerstag, 12. Mai, mit dem Thema befassen.

Scheele hat sich bereits im Auftrag des Vereins mit dem Bauwerk befasst. Er schätzte in aller Vorsicht, dass eine Sanierung des Turms kaum weniger als die Hälfte der damaligen Bausumme verschlingen dürfte. Der Bau des Turms aus Lärchenholz habe vor 10 Jahren rund 180  000 Euro Euro gekostet, erklärte die stellvertretende Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Petra Griep.

Den Ausführungen Scheeles und Grieps war zu entnehmen, dass offenbar Konstruktionsfehler für den Schimmelbefall des Turms verantwortlich sind. So sammele sich Regenwasser auf Teilen der Holzkonstruktion und leiste Pilzbefall Vorschub. Drei von vier Eckpfosten sowie ein großer Knotenpunkt müssten ausgetauscht werden, sagte Griep. Um den Regen von der Konstruktion fernzuhalten und damit den Pilz zu stoppen, müsse der Turm außerdem mit lamellenartigen, schräggestellten Querlatten verkleidet werden, erläuterte Scheele. Zu berücksichtigen sei dabei, dass damit die Windangriffsfläche erhöht werde.

Teilweise seien von 22 Zentimeter dicken Balken nur noch vier Zentimeter stabil, erklärte Scheele. Zwar werde der Turm Wind und Wetter noch einen Winter standhalten, aber für Besucher dürfe das Bauwerk in diesem Zustand nicht freigegeben werden.

Günstiger als eine Ausbesserung wäre womöglich ein Neubau des Turms aus Stahl. Die Kosten dafür schätzt Scheele auf bis zu 70  000 Euro. Allerdings kämen dann noch die Abrisskosten für den Turm hinzu. Drei Angebote mit erheblicher Bandbreite – von 19  000 bis 79  000 Euro – liegen dem Verein dafür vor. 6000 Euro hat der Verein bereits in Gutachten für den Turm gesteckt.

Eine Entscheidung, ob die Gemeinde den Turm übernimmt und was mit ihm geschehen solle, brauche allerdings Zeit, machte Koch deutlich. Denn dafür müssten nicht nur technische, sondern auch zivilrechtliche und förderrechtliche Fragen geklärt werden.

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