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kindergärten : Gemeinde Bosau zahlt den Löwenanteil und hat nichts zu sagen

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mit nur 6500 Euro (2,04 Prozent) beteiligt sich die Kirchengemeinde an den Kosten der Gemeinde für die drei Kindergärten. Die betragen allerdings rund 318 000 Euro. Und die Gemeinde, die den Löwenanteil zahlt., hat nichts zu sagen.

Die drei Kindergärten in der Gemeinde Bosau sind der Kirche wichtig und lieb. Das sagte Pastorin Heike Bitterwolf am Donnerstag vor dem Schulausschuss. Doch dafür gibt die Kirche nicht genug Geld dazu, lauteten kritische Stimmen aus der SPD. Lediglich 2,04 Prozent – umgerechnet 6500 Euro – steuert die Kirchengemeinde zum gemeindlichen Kindergartenbudget von 318 000 Euro zu.

Nach den Jahresrechnungen der Gemeinde Bosau entwickelten sich die Kosten für die drei Kindertagesstätten in Bosau, Hutzfeld und Hassendorf rasant nach oben. Wurden 2006 noch 157 000 Euro ausgegeben, werden es in diesem Jahr mit 318 000 Euro mehr als das Doppelte sein. Allein von 2012 auf 2013 stiegen die ermittelten Kosten wegen der U3-Plätze um 63 000 Euro. Löwenanteil im Haushalt seien die Personalkosten. Hier aber habe die Gemeinde kein Mitspracherecht.

Bereites seit 2006 besteht der Vertrag über die Finanzierung der Kindertagesstätten zwischen politischer und kirchlicher Gemeinde. Der Vertrag lief bereits am 31. Juli 2012 aus und verlängert sich stillschweigend um ein Jahr. Nach diesem Vertrag beteiligt sich die Kirchengemeinde mit lediglich 2,04 Prozent an den Kosten. Doch die Gemeinde habe trotz ihren hohen Anteils an den Kosten kaum Mitspracherechte.

„Die Kirchengemeinde übernimmt auch die Finanzierung von Mitarbeitern außerhalb des Budget“, sagte Heike Bitterwolf. Kindergärten seien das Herzstück der kirchlichen Arbeit. Für die Arbeit würden zehn Prozent der Einnahmen aus der Kirchensteuer zur Verfügung gestellt. Das sei eine Entscheidung Kirchenkreises und die Summe könne nicht erhöht werden.

Wie Bürgermeister Mario Schmidt erläuterte, empfiehlt der Kirchenkreis seinen Kirchengemeinden sogar, sich gar nicht an den Kosten für die Kindergärten zu beteiligen. Deshalb stehe Bosau schon gut da. Dr. Joachim Rinke (FDP) und Manfred Wollschläger (CDU) waren sich einig, keinen der drei Kindergärten als ein rein kommunales Angebot herauszulösen.

Bürgervorsteher Alfred Jeske (CDU) wäre nicht abgeneigt, den Einfluss der Gemeinde Bosau auf die Kindergärten zu erhöhen. Die Auslastung aller drei Einrichtungen sei ein Zeichen für die gute Arbeit dort. Max Plieske (Grüne) sah auch einen gewissen „Evaluierungsbedarf“.

Am Ende einigte sich der Ausschuss darauf, die Verträge für die Kindergärten weiterhin jährlich stillschweigend weiterlaufen zu lassen. Dazwischen sollten weiterhin ergebnisoffene Verhandlungen stehen. Die SPD liebäugelte zunächst damit, aus den drei Kindergärten einen kommunalen Kindergarten herauszunehmen.
 

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erstellt am 30.Aug.2013 | 13:29 Uhr

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