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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 02:18 Uhr

Gelegenheit macht Diebe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Lübecker erhält vom Amtsrichter die Quittung für Einbruch in eine Pension in Scharbeutz

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Die Suche nach Arbeit hat einen 60-jährigen Lübecker zum Diebstahl verleitet. So jedenfalls erklärte der gelernte Maler- und Lackierer seine Tat vor dem Eutiner Amtsgericht. Der Angeklagte war in eine Scharbeutzer Pension eingedrungen und hatte 50 Euro entwendet. Dafür verurteilte ihn Richter Otto Witt am Mittwoch zu 30 Tagessätzen à 15 Euro.

Der Handwerker kann wegen einer Verletzung seit zwei Jahren nicht mehr in seinem Beruf arbeiten, wie er sagte. Er erhalte kein Geld von Rentenversicherung oder Krankenkasse. Die letzte Arbeit als Fahrer verlor er aus Betriebsgründen. Seine Tochter unterstütze ihn.

Der Lübecker hatte in einer Scharbeutzer Pension nach einer Arbeit fragen wollen. Als dort ein Gast das Haus betrat, gab er sich ebenfalls als solcher aus und ging mit hinein. Drinnen habe er bis auf einen Hund niemanden angetroffen. Er öffnete im Büro eine Schublade, wie der Lübecker zugab, und entnahm darin liegende Münzen im Wert von rund 50 Euro.

Oberamtsanwalt Joachim Eckelt plädierte auf Hausfriedensbruch und Diebstahl. Es sei nur Nuancen zu verdanken, dass es noch um einen einfachen Diebstahl gehe. Die Tat in einem intimen Wohnumfeld sei etwas anderes, als im Supermarkt etwas einzustecken. Ohnehin dürfte die Beuteerwartung umfassender gewesen sein, vermutete Eckelt und empfahl das Strafmaß: 450 Euro, monatlich in 50-Euro-Raten abzuzahlen.

Der Lübecker entschuldigte sich bei der Geschädigten, dass er ihr einen solchen Schrecken eingejagt habe und versprach, das Geld zurückzuzahlen.

Vor Gericht stand auch eine Pansdorferin. Sie hatte in einer eidesstattlichen Versicherung falsche Angaben gemacht. Einer Gerichtsvollzieherin verheimlichte die Frührentnerin eine erwartete Mietkaution. „Dass ich gelogen hatte, tut mir leid.“ Sie habe einfach vor weiteren Zahlungsansprüchen Angst gehabt, sagte die Angeklagte, die bereits mehrfach wegen Betrugs angezeigt oder auch verurteilt worden war, wie Eckelt aufzählte.

Ein Urteil aus dem Monat Mai berücksichtigte Amtsrichter Witt und sprach eine Gesamtstrafe aus. So wurden aus 1200 Euro Strafe von Mai und der vorgestern angesetzten 800-Euro-Strafe in Summe nicht 2000 sondern tatsächlich nur 1500 Euro. Zu zahlen in 60 Tagessätzen à 25 Euro, monatlich mit 60 Euro abzuzahlen. „Ich möchte mein Leben ändern und zur Schuldnerberatung gehen“, versprach die Frau.

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