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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 06:11 Uhr

Gelebte Inklusion auf dem Wasser

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

15 Sehbehinderte Schülerinnen und Schüler aus dem „Landesförderzentrum Sehen“ sind am Gymnasium Schloss Plön zu Gast

Das ist gelebte Inklusion: 15 sehbehinderte Schülerinnen und Schüler des „Landesförderzentrums Sehen“ aus Schleswig sind in diesen Tagen zu Gast beim Gymnasium Schloss Plön. Gemeinsam mit Schülern des Gymnasiums sind sie für eine Woche auf dem Großen Plöner See aktiv. Das Basiscamp ist die Anlage des Schüler Ruder- und Segelvereins Plön ’(SRSV) direkt am See.

Seit über zehn Jahren gibt es diese Partnerschaft zischen dem Landesförderzentrum Sehen und dem Gymnasium Schloss Plön. Die Treffen finden alle zwei Jahre statt. Dabei geht es darum, sehbehinderten Schülerinnen und Schülern Wassersport zu ermöglichen. Es ist aber noch viel mehr, denn die Schülerinnen und Schüler gehen sehr einfühlsam miteinander um.

Premiere ist diese Veranstaltung für Lehrer und Organisator Michael Nentwig. Er ist zweiter Vorsitzender des SRSV. Er lobt die Schülerinnen und Schüler auf beiden Seiten: sie nehmen das vielfältige Angebot je nach Mut und Können sehr gut an. Die Woche werde zudem von unendlich vielen sozialen Aspekten getragen. Die Sehenden leiten die Sehbehinderten wie selbstverständlich, nehmen sie an die Hand
und erklären ihnen Abläufe. „Die jungen sehbehinderten oder blinden Menschen haben ganz unterschiedliche Schicksale“, weiß Nentwig. Ihm steht der 18-jährige Abiturient und Segeltrainer Yannick Steffens zur Seite.

Leiter des Segelcamps des Landesförderzentrums ist der Pädagoge Karl Elbl. 15 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 21 Jahren werden von ihm und sechs weiteren Pädagogen betreut. Sie kochen selbst und übernachten auf dem SRSV-Gelände. „Und alle Schüler helfen mit“, freut sich Elbl. Gut sei auch: Schüler zeigten Schülern das Segeln. Elbl: „Dabei fallen Schranken, Berührungsängste verschwinden und man gewinnt Verständnis für die Situation des anderen.“

Begeistert ist die 16-jährige Tayebeh Sadegi aus Rendsburg. Die blinde Schülerin empfindet das Segeln als sehr entspannt. Es sei für sie das erste Mal. Der Kontakt zu den Schülern aus Plön sei ziemlich gut. Man unternehme gemeinsam sehr viel. Der 16-jährige sehbehinderte Nils Ammann aus Tornesch findet das Camp „ganz spannend“. Er gehe gern im See baden und freue sich auf neue Bekanntschaften.

Direktorin Anne Paulsen freut sich, dass die Schüler auch gemeinsam lernen, Verantwortung für Menschen und Material zu übernehmen: „Bei uns können alle Verantwortung übernehmen.“

Übrigens: auch auf dem
See leben das Gymnasium Schloss Plön und die
Gemeinschaftsschule am Schiffsthal ihre Partnerschaft. Unter der Leitung der Lehrer Manfred Rose und Kurt Bergemann nehmen Gemeinschaftsschüler an dem Projekt „Drei Tage ohne Buchstaben“ auf dem Wasser teil.  

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erstellt am 18.Jul.2017 | 16:11 Uhr

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