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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 18:25 Uhr

Eutin : Geldstrafen für Hitlergruß

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das Eutiner Amtsgericht ahndete verbotenes Handzeichen und verbotene Parolen.

von
erstellt am 18.Jul.2017 | 11:00 Uhr

Sie seien offensichtlich beide „völlig aus der Spur“ geraten, stellte Amtsrichter Otto Witt mit Blick auf zwei Angeklagte fest, die er kurz zuvor wegen strafbaren Verhaltens – Hitlergruß und Rufe wie „Heil Hitler“ und „Sieg heil“ – verurteilt hatte. Ein 42-Jähriger einschlägig Vorbestrafter aus der Gemeinde Ahrensbök muss 500 Euro Strafe zahlen, ein 39-jähriger Bekannter 300 Euro.

Vor dem Amtsgericht wurde gestern morgen ein Fall verhandelt, der sich vor fast genau einem Jahr in Ahrensbök zugetragen hatte. Die beiden Männer hatten in sichtbar angetrunkenem Zustand in einem Lokal in Ahrensbök randaliert und auch Sachschäden angerichtet, was einen ersten Polizeieinsatz mit Personalienfeststellung und einen Platzverweis nach sich zog.

Wenig später benahmen sich die beiden an einer Tankstelle daneben. Diesmal machte die Polizei dem Treiben ein Ende, indem sie den aggressiveren der beiden – den 39-Jährigen – in Gewahrsam nahm. Vorher hatten die beiden Angeklagten nicht nur die mit drei Streifenwagen angerückten Beamten beleidigt, sondern auch Hitlergruß gezeigt und verbotene Parolen gebrüllt.

Der jüngere der beiden war, wie ein Polizeibeamter dem Gericht schilderte, deutlich aggressiver. Der ältere habe sogar noch versucht, ihn zu mäßigen.

Die beiden Angeklagten, die ohne Verteidiger gekommen waren, machten zu den Vorwürfen selbst keine Aussagen. Der 39-Jährige erklärte, er könne sich angesichts des Alkoholkonsums an nichts mehr erinnern und sei erst in Lübeck bei der Polizei „aufgewacht“. Der arbeitslose Vater von vier Kindern – drei davon zwischen einem halben und vier Jahren alt – bekam 300 Euro Strafe, weil er strafrechtlich bislang nicht in Erscheinung getreten war. Die mit 500 Euro höhere Strafe gegen den ebenfalls arbeitslosen 42-Jährigen begründete das Gericht mit seinen Vorstrafen, darunter gefährliche Körperverletzung, die mit Haftstrafe geahndet wurde, aber auch verbotenen Nazi-Gesten.

Beide Angeklagte leben, wie sie dem Gericht schilderten, von Hartz IV. Der ältere gab an, Maurer gelernt zu haben, aber körperlich beeinträchtigt zu sein. Der jüngere sagte, er habe keinen Beruf erlernt. Auch seine Lebensgefährtin und Mutter seiner Kinder lebe von Hartz IV.

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