Aus dem Gericht : Geldstrafen für drei Drogenkäufer

Das Plöner Amtsgericht arbeitet die "Kundenliste" eines bereits verurteilten Dealers ab.

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04. August 2011, 12:45 Uhr

Plön | Im Februar war ein 21-jähriger Drogenhändler vom Schöffengericht zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Gestern beschäftigte sich das Amtsgericht mit drei seiner Kunden.

Zwei von ihnen, zwei 28 Jahre alte Männer aus Preetz, räumten die Anklage ein. Sie hatten zwischen August und Dezember 2010 jeweils rund 40 Mal kleinere Mengen Marihuana für den Eigenbedarf bei dem Preetzer Dealer gekauft. Dafür verurteilte die Richterin den einen Angeklagten zu einer Geldstrafe von 800 Euro. Der zweite Angeklagte, der nach eigener Aussage zwei bis drei Mal pro Woche Kunde bei dem 21-Jährigen war, muss 1000 Euro zahlen.

Der dritte Angeklagte hingegen bestritt die Angaben des als Zeugen auftretenden Dealers. Der 38-jährige Preetzer soll im vergangenen Herbst insgesamt zwei oder drei Mal geringe Mengen Drogen gekauft haben. Doch er bezeichnete die Angaben des Zeugen als "Quatsch". "Es ist ja bekannt, dass er seine Haftstrafe gedrückt hat, indem er 100 Millionen Leute angeschwärzt hat", regte er sich auf. Den Staatsanwalt beeindruckte das nicht. Er forderte eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen von je zehn Euro. "Was?!? Ich soll 250

Euro dafür zahlen, dass der hier solchen Scheiß erzählt hat?!", fiel der Angeklagte dem Juristen ins Wort. "Da fehlen mir die Worte," fuhr er fort. Die Richterin sah aber keinen Grund für eine Falschaussage des Zeugen und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 200 Euro.

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