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Gerichtsverfahren : Geldstrafe für notorischen Beleidiger

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mit einer heftigen verbalen Aktion soll ein Scharbeutzer im vergangenen Jahr einen 55-Jährigen von seinem Grundstück vertrieben haben. Das Amtsgericht Eutin verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro.

„Arschloch, Wichser, Penner – was willst du auf meinem Grundstück? Verpiss dich, sonst poliere ich dir die Fresse.“ Es waren heftige Worte, mit denen ein Scharbeutzer im vergangenen Jahr einen 55-Jährigen von seinem Grundstück vertrieben haben soll. Hierfür verurteilte ihn das Amtsgericht Eutin gestern zu einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem selbstständigen Handwerker vorgeworfen, mit seinem Firmenwagen im Juli 2013 den VW Lupo einer 50-Jährigen zugestellt zu haben, der vor seinem Grundstück parkte. Als die Frau einige Stunden später zu ihrem Fahrzeug zurückkehrte, bemerkte sie ihre misslichen Lage. Sie rief daraufhin ihren Lebenspartner zu Hilfe. Dieser versuchte zunächst mehrfach, den Angeklagten über die auf dem Transporter stehenden Festnetz- und Mobilfunknummer zu erreichen. Nachdem dieser auf die Anrufe nicht reagierte, klingelte
er an seiner Haustür. Der 41-Jährige soll daraufhin seine Haustür geöffnet und den Mann wüst beschimpft haben.

Vor Gericht schilderte der Angeklagte seine ganz eigene Sicht der Dinge. Er habe gerade unter der Dusche gestanden, als sein Handy klingelte. „Es wurde dann mit Fäusten an meiner Tür gewummert. Bei so einem asozialen Verhalten kann man kein Wohlwollen erwarten“, sagte er. In seiner beengten Wohnstraße sei es üblich, dass die Autos dicht an dicht parkten. „Ich kann nicht abstreiten, dass ich den Lupo zugeparkt habe.“

Er habe jedoch extra seinen Schlüssel im Auto stecken lassen, der Transporter sei offen gewesen. An die Beleidigungen konnte sich der Angeklagte nicht mehr genau erinnern. „Ein Wort gab das nächste. Penner kommt hin, aber Wichser habe ich nicht gesagt“, erklärte er.

Es sei eine „dumme Situation“ gewesen. „Ich war aufgebracht wegen der Faustschläge.“ Seine Haustür sei hierdurch beschädigt worden, auch habe Gummiabrieb im Fußbereich gehaftet.

Der 55-Jährige bestritt indes, mit der Faust an die Tür des Angeklagten geschlagen zu haben. „Ich habe nur geklingelt. Er kam dann raus wie eine Furie, hat mich angeschrien und weggeschubst. Dabei wollte ich doch nur, dass er wegfährt“, schilderte der Zeuge. Zuvor habe er eine halbe Stunde versucht, den Handwerker zu erreichen. Seine Lebenspartnerin bestätigte die Aussage.

Richterin Katrin Leinen hatte für das Verhalten des einschlägig vorbestraften Mannes wenig Verständnis. Mit ihrem Strafmaß von 30 Tagessätzen blieb sie jedoch deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte gefordert, den Angeklagten nicht nur wegen Beleidigung, sondern auch wegen Nötigung durch das absichtliche Zuparken zu 45 Tagessätzen zu verurteilen. Der 41-Jährige wollte den milden Richterspruch dennoch nicht akzeptieren und kündigte an: „Ich komme mit meinem Rechtsanwalt wieder.“

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erstellt am 12.Feb.2014 | 00:34 Uhr

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