Aus dem Gericht : Geldstrafe für Drogenhandel auf dem Dorf

Das Eutiner Amtsgericht verurteilte einen 43-Jährigen aus der Gemeinde Süsel.

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16. Februar 2011, 11:17 Uhr

Eutin | Eine Durchsuchung der Polizei vor gut einem Jahr brachte es an den Tag. Die Beamten fanden in dem Einfamilienhaus in der Gemeinde Süsel 24 Gramm Heroin und 46 Gramm Haschisch. Dafür erhielt der 43-jährige Bewohner gestern vor dem Eutiner Amtsgericht die Quittung: Richter Jörg Fricke verhängte gegen den Mann, der bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt ist, wegen Drogenhandels eine Geldstrafe in Höhe von 1250 Euro (50 Tagessätze).

Es bedurfte allerdings erst eines juristischen "Schaukampfs", wie es Staatsanwalt Stavros Karagiannidis bezeichnete, bevor der Prozess vorankam. Der Verteidiger zog die Rechtmäßigkeit der Durchsuchungsaktion und damit die Verwertbarkeit der Drogen-Funde in Zweifel. In einer Verhandlungspause brachte ein Gespräch zwischen den Prozessbeteiligten offenbar den Sinneswandel. Der Angeklagte brach sein Schweigen und räumte über seinen Verteidiger die Vorwürfe ein.

Den Prozess hatte ein Nachbar ins Rollen gebracht. Außerdem gab es anonyme Anzeigen. Der Nachbar hatte beobachtet, dass der Angeklagte besonders am Wochenende häufig Besuch bekam, der auffallend schnell wieder verschwand. Einmal sei ein Auto aus Solingen gekommen, das nur fünf Minuten da gewesen sei. "Welcher Familienbesuch fährt nach so kurzer Zeit wieder", wunderte sich der Zeuge. Häufig hätten auch Taxen in Nebenstraßen gehalten, deren Fahrgäste dann das Haus aufgesucht hätten. Zwei Bekannte hätten ihm zudem bestätigt, dass sie sich bei der Adresse in mit Haschisch versorgt hätten.

Der Verteidiger versuchte zwar, den Zeugen als jemanden abzuqualifizieren, "der mit Kontrollwahn ausgestattet ist und den normabweichendes Verhalten irritiert". Außerdem hätten in dem Haushalt noch andere Personen gewohnt.

Doch der Staatsanwalt setzte sich mit seiner Ansicht durch, dass die Drogen entscheidend seien, die bei dem Vater zweier Kinder gefunden worden seien. Der Mann akzeptierte das Urteil ohne Umschweife.

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