Geldsegen für „Wellcome-Engel“

Koordinatorin und Leiterin des Wellcome-Projektes, Kerstin Treibe (2. v. li.) und Simone Bruhn freuen sich über die Spende der Round-Tabler (v. li.) Stefan Dose, Sven Nittritz, Sebastian Dose und Matthias Kohlhardt.
Koordinatorin und Leiterin des Wellcome-Projektes, Kerstin Treibe (2. v. li.) und Simone Bruhn freuen sich über die Spende der Round-Tabler (v. li.) Stefan Dose, Sven Nittritz, Sebastian Dose und Matthias Kohlhardt.

Projekt erhält Spende von Round Table / Zehn Eutiner Ehrenamtler helfen Eltern bei den Herausforderungen nach der Geburt

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16. Oktober 2018, 09:31 Uhr

Ob Schreibaby, eifersüchtige Geschwisterkinder oder das Fehlen der Großeltern – die Herausforderungen für Eltern in der Anfangsphase sind sehr unterschiedlich. Das Wellcome-Projekt der Familienbildungsstätte Eutin hat das Ziel, diese Herausforderung mit den Eltern gemeinsam zu meistern und in den ersten Monaten nach der Geburt zu unterstützen. Ehrenamtliche Helfer besuchen dafür junge Familien ein bis zweimal in der Woche für zwei bis drei Stunden und versuchen die Eltern in unterschiedlichen Bereichen zu entlasten. Drei Mal die Woche begrüßen die Ehrenamtler zudem frischgebackenen Eltern in der Klinik.

Das Projekt sei auf Spenden angewiesen, da nur eine geringe Einnahme durch die Eltern-Gebühr erzielt werde, sagte die Vorsitzende der Familienbildungsstätte, Simone Bruhn. Einen Beitrag dazu leistete gestern der Service-Club Round Table. Der Club unterstützt Wellcome mit einer Geldspende in Höhe von 700 Euro. Bei dem Geld handelt es sich um einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Adventskalender im Jahr 2017.

Anstelle von Flyern wolle man bei der Stippvisite im Krankenhaus den Eltern eine neue Schutzhülle für das Kinder-Untersuchungsheft anbieten, auf dem die wichtigsten Kontaktadressen vermerkt sind. „Wir wollen aufmerksam machen auf Wellcome und auf andere unterstützende Projekte für Eltern hinweisen“, sagte Bruhn. Einen Teil der Round-Table-Spende wolle man in die Entwicklung dieser Hülle investieren. Der Rest des Geldes fließt in den „Topf“. Aus dieser Finanzrücklage werden beispielsweise die Fahrtkosten, Schulungen und interne Treffen für die Ehrenamtler bezahlt. Für die Hilfeleistung der Ehrenamtler berechnet das Welcome-Projekt eine Vermittlungsgebühr von zehn Euro und für den Einsatz der „Wellcome-Engel“ bis zu fünf Euro.

Das Angebot der Familienbildungsstätte Eutin beschreibt sich selbst als Nachbarschaftshilfe für Eltern, die im Alltag entlasten möchte. „Man darf die Hilfeleistung der Ehrenamtler nicht vermischen mit dem Beruf der Hebamme“, erklärte Simone Bruhn.

Vorurteile oder Hemmungen gegenüber der Inanspruchnahme der Hilfeleistung sehe Bruhn nicht. „Tatsächlich geht der Trend in die andere Richtung“, erklärte sie.

Stefan Dose, Sebastian Dose und Matthias Kohlhardt von Round Table interessierten sich auch für die Anzahl an männlichen Ehrenamtlern. „Ab und zu versucht sich einer“, scherzte Koordinatorin Kerstin Treibe. Dies sei keinesfalls diskriminierend gemeint, denn die Gründe der fehlenden männlichen „Wellcome-Engel“ seien praktisch bedingt. Themen wie Stillen führen zu unangenehme Situationen zwischen den Geschlechtern.

„Unser Angebot steht und fällt mit den Ehrenamtlern“, betonte Bruhn. Beispielsweise in Timmendorfer Strand habe die Institution bereits Anfragen erhalten, könne diese aber nur an den Wellcome-Standort Lübeck verweisen, da zur Zeit keine Ehrenamtler in dieser Regionen aktiv sind.

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