Geldsegen für die Region

portrait erk westermann-lammers
1 von 2

Die Investitionsbank Schleswig-Holstein hat Zahlen für den Südosten des Landes vorgelegt. In Ostholstein sind die Fördersummen kräftig gestiegen.

von
18. Mai 2018, 10:40 Uhr

Die Verbesserung der Förderbedingungen für den sozialen Mietwohnungsbau zeigt im Südosten Schleswig-Holsteins Wirkung. Das geht aus der Förderstatistik der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IBSH) für die Hansestadt Lübeck sowie die Kreise Herzogtum Lauenburg, Ostholstein, Stormarn und Segeberg hervor. „Insbesondere der im März 2017 eingeführte Investitionszuschuss von 250 Euro pro Quadratmeter, der im Zusammenhang mit Baudarlehen der sozialen Wohnraumförderung gewährt wird, hat wirksame Impulse im geförderten Wohnungsbau gesetzt“, sagte Erk Westermann-Lammers (Foto), Vorstandsvorsitzender der IBSH.

Insgesamt hat die IBSH die wirtschaftliche Entwicklung im Südosten des Landes im Jahr 2017 mit 588,3 (Vorjahr 580,2) Millionen Euro unterstützt. Die Summe verteilt sich wie folgt: Lübeck 130,5 (Vorjahr 109,9), Herzogtum-Lauenburg 114,3 (Vorjahr 126,2), Ostholstein 143,0 (Vorjahr 126,4), Stormarn 79,6 (Vorjahr 72,7) und Segeberg 120,8 (Vorjahr 145,0) Millionen Euro. Landesweit blieb das Fördervolumen der IBSH konstant bei rund 2,3 Milliarden Euro. Die Gelder fließen in die Wohnungsbauförderung, die Förderung von Wirtschaft und Landwirtschaft, die Kommunalförderung sowie die Arbeitsmarkt- und Strukturförderung.

Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums bleibt eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Dementsprechend gewichtig war die Mietwohnungsbauförderung im vergangenen Jahr. 2017 wurden in dieser Region 548 (Vorjahr 365) Wohnungen in die Förderung aufgenommen. „Durch diese Zahlen wird deutlich, dass der Investitionszuschuss den Anreiz für Investoren verstärkt, bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen“, sagte Westermann-Lammers. Im Kreis Ostholstein stieg die Zahl dieser Wohnungen auf 47 (Vorjahr 0). Viele der geförderten Wohnungen liegen im „Hamburger Speckgürtel“, wie in Reinbek, Glinde, Ahrensburg und Norderstedt, aber auch in Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen und Bad Bramstedt. Dort gibt es großen Bedarf an günstigem geförderten Wohnraum. Entsprechend nutzen Kommunen und Investoren die Fördermöglichkeiten die durch die Verbesserung der Förderbedingungen, insbesondere das zusätzliche Zuschussprogramm, noch deutlich attraktiver geworden sind.

Auch für Eigentumsmaßnahmen hat die IBSH Fördermittel zur Verfügung gestellt und damit den Bau oder den Kauf von Häusern oder Wohnungen ermöglicht. Im Kreis Ostholstein verhalf die Förderbank 297 (Vorjahr 270) Familien zu Wohneigentum, im Kreis Herzogtum Lauenburg 335 (Vorjahr 398), im Kreis Stormarn 424 (Vorjahr 514) und im Kreis Segeberg 609 (Vorjahr 650). Insgesamt sei beim Kauf und Neubau jedoch ein leichter Rückgang des Fördergeschäfts zu verzeichnen.

In der Wirtschaftsförderung hat die IBSH die Entwicklung im Südosten mit Darlehen – vor allem mit Konsortialdarlehen gemeinsam mit Hausbanken –, mit Förderrefinanzierung, Eigenkapital und Zuschüssen des Landes unterstützt. Es gab eine deutliche Belebung im Segment Tourismus, gerade auch in der Lübecker Bucht.

Wegen der verbesserten Haushaltslage und weil Kommunen aufgrund von Kapazitätsengpässen im Baugewerbe Aufträge nicht erteilen konnten, wurden 2017 insgesamt weniger Kommunalkredite nachgefragt, jedoch gibt es Ausnahmen: Lübeck 18,5 (Vorjahr 15,1), Ostholstein 17,0 (Vorjahr 27,0), Herzogtum Lauenburg 22,3 (Vorjahr 21,4), Stormarn 21,1 (Vorjahr 20,8) und Segeberg 39,8 (Vorjahr 55,5) Millionen Euro.

„Qualifizierung hat weiterhin Hochkonjunktur“, erklärte der Vorstandsvorsitzende mit Verweis auf den wachsenden Fachkräftemangel. 2017 setzte sich der positive Trend im Aufstiegs-Bafög fort: Die bewilligten Mittel betrugen landesweit 26,3 Millionen Euro. 2017 wurden in Ostholstein 222 (Vorjahr 202) Maßnahmen gefördert.

In diesem Jahr werde bei guter Konjunkturlage und weiterhin niedrigen Zinsen die starke Nachfrage nach Förderfinanzierungen mit langen Laufzeiten und Zinsbindungen anhalten, blickte Westermann-Lammers voraus.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen