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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 15:27 Uhr

Gegen ein „Weiter so!“ mit GLC

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Tourismus-Marketing: Die Wirtschaftsvereinigung Malente pocht bei der Gemeinde auf Einhaltung der Ausschreibungskriterien

Die Entscheidung über die touristische Vermarktung Malentes steht in wenigen Tagen bevor, doch werden die Weichen richtig gestellt? Daran hat die Wirtschaftsvereinigung Malente (WVM) offenbar massive Zweifel. „Ein ,Weiter so!‘ darf es nicht geben“, verlangte WVM-Vorsitzender Michael Kühn am Dienstagabend im Landgasthof Kasch vor mehreren Kommunalpolitikern und Bürgermeister Michael Koch.

Gut 20 Gäste waren auf Einladung der WVM gekommen, darunter auch die Fraktionsvorsitzenden von CDU, FDP und Grünen, Vertreter der Tourismus-Betriebe und Caroline Backmann als Vertreterin der Tourismus-Zentrale Holsteinische Schweiz (TZHS). Die SPD war der Veranstaltung fern geblieben mit der Begründung, sie könne inhaltlich zu vielen Punkten nicht Stellung nehmen, da es sich um ein laufendes Verfahren handele – ein Umstand, auf den auch Bürgermeister Michael Koch hinwies.

Kühn forderte, der Bewerber müsse die Kriterien erfüllen, die zuvor festgelegt worden seien: „Sollte das Leistungsverzeichnis nicht eingehalten werden können, bitten wir darum, es zu lassen.“ Dann wäre es besser, einen Plan B zu entwickeln, sagte Kühn. Angst, vorerst ohne Dienstleister dazustehen, hat die WVM nicht. „Die Betten bleiben dann nicht leer“, erklärte Kathrin Dehn-Schumacher. Genaue Vorstellungen, wie ein Plan B aussehen könnte, äußerte Kühn nicht, erklärte aber im OHA-Gespräch, es gebe durchaus Malenter Unternehmer, die bereit seien, das Buchungssystem oder die Organisation von Veranstaltungen zu übernehmen.

Offiziell will es zwar niemand bestätigen, doch es ist klar, dass die Gemeinde derzeit mit dem bisherigen lokalen Dienstleiter GLC Glücksburg Consulting über die Fortführung des Tourismus-Marketings für die Jahre 2015 bis 2019 verhandelt. Am Dienstag, 16. September, soll der Vertragsentwurf in nicht-öffentlicher Sitzung im Tourismusausschuss beraten werden, am Donnerstag, 2. Oktober, die Gemeindevertretung entscheiden. Zugleich bleibt offen, wie es mit dem regionalen Vermarkter, der TZHS, weitergehen soll. Hier hatte die Gemeinde Malente im Juni ihre Mitgliedschaft zum Ende 2015 gekündigt, signalisiert aber zugleich, mit der TZHS über eine Fortführung der Zusammenarbeit, in welcher Form auch immer, verhandeln zu wollen.

Kühn nannte mehrere Punkte, in denen es aus Sicht der WVM keinen Kompromiss geben darf: Die Vermarktung der Region und damit die Zusammenarbeit mit der TZHS müsse gewährleistet sein, es müsse, anders als bislang, ein einheitliches Buchungssystem geben, und die Gemeinde müsse die Rechte an Tourismus-Homepage und Logo haben.

„Der nächste Dienstleister muss sich in die Tourismuszentrale einbringen“, übte Kathrin Dehn-Schumacher unverhohlen Kritik an GLC und forderte ein „Gesicht für Malente“. Eutin und Plön hätten mit den Leitern ihrer lokalen Tourist-Infos profilierte Vertreter bei der TZHS, die Belange Malentes würden dagegen kaum eingebracht: „Wir brauchen einen engagierten Menschen, der für Malente dabei ist.“

Klar ist, dass die WVM unbedingt an einer „dualen Vermarktung“, also der Mitgliedschaft Malentes in der TZHS festhalten will. Diese Ansicht habe der Tourismusausschuss noch im Januar einmütig vertreten, erinnerte Kühn. „Die Leute erwarten eine Regionsvermarktung. Sollten wir das nicht leisten, gehen sie woanders hin“, warnte er. Auch Koch hat seine Probleme mit dem von der Gemeindevertretung aus Kostengründen beschlossenen Austritt: „Ich sage an dieser Stelle ganz offen, ich bin davon nicht so begeistert.“ Bei der jetzigen Ausschreibung der touristischen Dienstleistungen sei man zweigleisig gefahren. „Jetzt müssen wir sehen, dass wir das wieder zusammenführen“, erklärte Koch mit Blick auf Verhandlungen mit der TZHS. Es werde „ernsthafte Gespräche“ geben, versicherte der Verwaltungschef.

Caroline Backmann betonte, die TZHS sei offen für Gespräche. Sie machte allerdings auch deutlich, dass eine Kostenreduzierung für Malente nur über eine generelle Aufgabenreduzierung für alle Mitglieder möglich ist: „Der Grundgedanke ist, dass alle sich mit allem einbringen.“ Es werde auch in Zukunft nicht einfacher, Sonderlösungen zu finden.

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erstellt am 10.Sep.2014 | 12:21 Uhr

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