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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 04:31 Uhr

Gefährliches Abenteuer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2015 | 08:44 Uhr

„Krrrcks“ macht es leise, wenn man mit dem Fahrrad über ein vertrocknetes altes Blatt fährt, das vom Herbst übrig geblieben ist. Doch was ist das? Dieses Blatt, kurz vor mir auf dem Radweg, fängt plötzlich an zu hüpfen. Etwas schwerfällig zwar, aber es ist nicht der Wind, der es weiter Richtung Straße weht. Erst im Vorbeirollen erkenne ich: Das ist gar kein Blatt. Das ist eine Kröte.

„Wo willst du denn hin?“, frage ich unwillkürlich, bevor ich beschließe, umzudrehen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Andernorts werden Straßen gesperrt, damit die Kröten unbeschadet wandern können. Das dürfte auf der Landesstraße 174 kaum möglich sein. Und doch: Die Kröte will hier, auf Höhe des Beutzkamps, über die Straße. Der Tümpel auf der anderen Seite lockt sie, so viel ist klar.

Klar ist auch: Das überlebt sie nicht. Viel zu viele Autos rollen an diesem Vormittag zwischen Eutin und Malente. Also gibt es nur eine Lösung... Glitschig fühlt sie sich nicht an, als ich sie, zwischen meinen Händen verborgen, über die Straße trage, aber kühl – und sie versucht sich freizustrampeln. Als ich sie auf der anderen Straße hinter der Leitplanke ins Gras setze, hat sie offenbar Gefallen an meiner warmen Hand gefunden. Nun will sie gar nicht mehr herunter.

Immerhin diese Wanderung hat die Amphibie überstanden. Für mindestens zwei ihrer Artgenossen endete das Abenteuer tödlich, wie ich auf dem Rückweg bemerke. Sie liegen plattgefahren auf dem Asphalt der L  174. Bernd Schröder

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