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Gedenkstätte Ahrensbök: Erinnerung an die Kinder von Auschwitz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nur wenige überlebten. 232  000 Kinder, vom Säuglingsalter bis zu 17 Jahre alt, waren mit ihren Familien in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert worden. 650 wurden von der sowjetischen Armee befreit. Da hatten manche ihre Herkunft, ihr Alter und ihre Namen längst vergessen. Die Erinnerung an das Grauen, das sie erleben mussten, aber hat nie nachgelassen. „Der Schmerz war immer da“, sagt Alwin Meyer, Journalist, Filmemacher und Autor des Buchs „Vergiss deinen Namen nicht. Die Kinder von Auschwitz“.

Alwin Meyer wird Sonntag, 13. September, um 15 Uhr zu einem Sonntagsgespräch in die Gedenkstätte Ahrensbök kommen. Er wird in einem Vortrag sein Buch vorstellen, für das er Jahrzehnte lang Zeitzeugen aus Polen, Israel, der Ukraine, Weißrussland, Ungarn, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Deutschland, den USA und der Schweiz gesucht und gesprochen hat. Alle haben als Kinder und Jugendliche den „Kinderblock“ von Auschwitz überlebt. Meyer hat auf 760 Seiten ihre Biografien - ihr Leben vor, während und nach Auschwitz – aufgezeichnet. Interessierte sind zu dieser Veranstaltung in die Gedenkstätte eingeladen.

Da Sonntag „Tag des offenen Denkmals“ ist, wird die Gedenkstätte Ahrensbök von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein. Interessierte können die Dauerausstellungen „Das frühe KZ“, „Unsere Schule war ein KZ“, „Juden in Ahrensbök“ und „Der Todesmarsch von Auschwitz nach Holstein“ besuchen. Mitglieder des Trägervereins werden bei Interesse die verschiedenen Ausstellungen erläutern.

Dem Gebäude an der Bundesstraße 432 (Flachsröste 16), ein eingetragenes Denkmal, ist seine Vergangenheit nicht anzusehen. Die Erhaltung des Gebäudes liegt „wegen der besonderen historischen Bedeutung im öffentlichen Interesse“, denn: „Das Gebäude war in der Zeit vom 3. Oktober bis 5. Dezember 1933 als Internierungslager für politische Häftlinge für den Landesteil Lübeck des Freistaates Oldenburg genutzt“, so der Text des Dokuments, das den Denkmalschutz bestätigt.

Das Gebäude ist auch ein Beispiel der wechselhaften Geschichte im Raum Ostholstein: 1883 wurde es als Wohnhaus für den Direktor einer Zuckerfabrik erbaut. In folgenden Jahren beherbergte es eine chemische Fabrik, ein Lager des Freiwilligen Arbeitsdiensts (FAD), dann das frühe KZ. Von Januar bis Ostern 1934 zogen Ahrensböker Realschüler in das Gebäude. Zwei Jahre später entstand auf dem Gelände eine Flachsröste, in der während der Kriegsjahre Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Nach Schließung der Genossenschaft 1964 folgten wechselnde Besitzer, bis im Jahr 2000 der Trägerverein das Gebäude mit öffentlichen Mitteln der Gemeinde Ahrensbök, des Kreises und des Landes erwarb und am 8. Mai 2001 die Gedenkstätte eröffnete.

Die Gedenkstätte ist sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, nach Anmeldung auch an anderen Tagen. Das Gebäude liegt an der Flachsröste 16 im Ahrensböker Ortsteil Holstendorf (Telefon 04525/ 493060, E-Mail: gedenkstaet teahrensboek@t-online.de.

Eintritt und Führungen sowie Teilnahme an Veranstaltungen sind kostenfrei, Spenden willkommen.

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erstellt am 05.Sep.2015 | 17:04 Uhr

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