Plön : Gedenkfeier zum Volkstrauertag

Plöner Konfirmanden, Kreispräsident Stefan Leyk, Bürgervorsteherin Mechthilde Gräfin von Waldersee, Peter Sönnichsen, Kreisvorsitzender der Kriegsgräberfürsorge und eine Abordnung der Plöner Marineunteroffizierschule (MUS) legten am Ehrenmal Bieberhöhe Blumenkränze nieder.
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Plöner Konfirmanden, Kreispräsident Stefan Leyk, Bürgervorsteherin Mechthilde Gräfin von Waldersee, Peter Sönnichsen, Kreisvorsitzender der Kriegsgräberfürsorge und eine Abordnung der Plöner Marineunteroffizierschule (MUS) legten am Ehrenmal Bieberhöhe Blumenkränze nieder.

„Möge es für immer Frieden bleiben, damit wir so etwas nicht noch einmal erleben müssen“, wünschte sich Bürgervorsteherin Mechthilde Gräfin von Waldersee.

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18. November 2018, 16:17 Uhr

Plön Auch 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, dessen in diesem November gedacht wird, sind die Leiden der Soldaten und der Daheim Gebliebenen unvergessen. In einer gemeinsam vorbereiteten Feierstunde unter dem Motto „Heimatfront“ mit Kranzniederlegung am Ehrenmal Bieberhöhe schauten in Plön Vertreter unterschiedlicher Institutionen und Generationen zurück. Musikalisch begleitete ein Ensemble des Symphonischen Orchesters Plön.
„Möge es für immer Frieden bleiben, damit wir so etwas nicht noch einmal erleben müssen“, wünschte sich Bürgervorsteherin Mechthilde Gräfin von Waldersee in ihrer Begrüßung der Zuhörer in der vollbesetzten Aula des Gymnasiums Schloss Plön. Die Zehntklässler der Plöner Gemeinschaftsschule am Schiffsthal, Lilly-Sophie Slomka, Xenia Schwahn, Colin Bruder, Marlo Bornholdt, Marie Bromba und Leonie Frischmuth hatten unter Leitung ihres Lehrers Dirk Meußer Schicksale von Opfern in der Zivilbevölkerung erarbeitet und berichteten von Hunger, Leid und Entbehrungen. „700 000 Menschen verhungerten, 17 Millionen Menschen verloren ihr Leben zwischen 1914 und 1918.“ Ausgehend von der berühmten Skulptur einer trauernden Mutter mit Kind der Künstlerin Käthe Kollwitz, deren Sohn Peter schon im Oktober 1914 gefallen war, schilderten die Schüler das Problem der Essensbeschaffung, die intensive Propaganda in Schulen und Kinderbüchern und den „Steckrübenwinter“ 1916/17, als es kaum etwas anderes an Essbarem gab. Erzählten von Kindern, die Krieg spielten und ihre Toten betrauerten, von Frauen in der Rüstungsindustrie und bei der Rohstoffsammlung, von Kriegsversehrten, dem Mangel an Prothesen und fehlender Therapie traumatisierter Soldaten. Im Gegenteil seien jene von Ärzten und Therapeuten möglichst schlecht behandelt worden, damit sie schnell an die Front zurückgingen.
Militärpfarrer Gerrit Degenhardt beleuchtete in einer Andacht die „Menschlichkeit der Menschen“. Er hinterfragte, wie sich die „Menschwerdung des Menschen“ vollziehe, und erinnerte an diejenigen, die ihr Leben nicht leben durften, ihr Leben, ihre Seele, ihren Verstand und ihren Glauben verloren. Dirk Meußer zitierte aus Reiseberichten von Teilnehmern einer Fahrt nach Verdun und Reims und aus Augenzeugenberichten, erzählte von 130 000 nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten, 50 Millionen verschossenen Granaten,
Leichen, die eingemauert wurden, weil man sie nicht mehr begraben konnte, und dem „verschwundenen“ Dorf Fleury, wo der Erdboden derart vergiftet wurde, dass niemand die Häuser nach der Schlacht wiederaufbaute. Oberstabsfeldwebel Andreas Vöge, Leiter des Kieler Familienbetreuungszentrums der Bundeswehr, gab mit einem Film und Erzählungen Einblick in die Situation und Betreuung von Angehörigen der Soldaten, die sich heute im Einsatz befinden. Mitveranstalter waren die Stadt Plön, die Marineunteroffizierschule (MUS), die zum Abschluss Erbsensuppe und Getränke servierte, Pastor Lutz Thiele und Konfirmanden, die am Ehrenmal eine Fürbitte, Gebet und Vaterunser sprachen, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und als Sponsor die Förde Sparkasse. oro





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