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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 20:24 Uhr

Gedenken an die NS-Opfer

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mehrere Veranstaltungen finden europaweit am 27. Januar statt – eine Reihe davon auch in der Region

shz.de von
erstellt am 25.Jan.2016 | 18:53 Uhr

Eine Reihe von Veranstaltungen laden am Mittwoch, 27. Januar, dazu ein, der Opfer des Nationalismus zu gedenken.

Der Trägerverein Gedenkstätte Ahrensbök lädt ein zum gemeinsamen Gedenken von 9 bis 16 Uhr. Im Laufe des Tages kommen Gruppen junger Menschen, um an diesem internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus mehr über den Tag zu erfahren . Am 27. Januar 1945 befreite die sowjetische Armee das KZ Auschwitz. Mitglieder des Trägervereins werden durch die Ausstellung „Von Auschwitz nach Holstein“ führen, in der dokumentiert wird welche mörderischen Todesmärsche zur gleichen Zeit stattfanden, als das Lager befreit wurde.

Der seit 20 Jahren bestehende „Arbeitskreis 27. Januar“ bietet unter dem Titel „Vergegenwärtigen – Innehalten am authentischen Ort“ an diesem Tag gleich vier Gelegenheiten zum Gedenken: Um 10 Uhr erwartet Wilhelm Lange, Autor verschiedener Texte zum General-Thema, Interessierte auf dem Sierksdorfer Steilufer am Mahnmal für die Cap-Arcona-Opfer. Vom Seehof aus geht es 500 Meter in Richtung Neustadt zur Stele am Gedenkort für die Opfer der NS-Euthanasie auf dem Areal des Ameos-Klinikum. Dieser wird um ein Mahnmal ergänzt. Drei große Namenstafeln sollen an 931 namenlos Deportierte und Ermordete erinnern. Aus der damaligen Landesheilanstalt Neustadt, dem Vorläufer des Ameos-Klinikum, wurden ab 1940 über 1000 Patienten in Tötungsanstalten verschleppt. Das NS-Regime betrachtete diese psychisch kranken, behinderten, alten oder verwirrten Menschen als kostspielige „nutzlose Esser“ und ließ sie vergasen, zu Tode spritzen oder verhungern.

An diesen Patientenmord erinnert seit 2013 eine Stele auf dem Ameos-Areal. Der „Arbeitskreis Cap Arcona“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Namen der bislang Namenlosen sichtbar zu machen. Ideell und finanziell vom Klinikum unterstützt konnte der Arbeitskreis ein Mahnmal in Auftrag geben, das von dem Neustädter Designer und Grafiker Hans-Dieter Holtz konzipiert und von Neustädter Firmen ausgeführt wurde. Die drei Namenstafeln zum Gedenken an die Deportierten und Ermordeten der NS-Euthanasie werden im Rahmen einer Feierstunde am 27. Januar um 11.30 Uhr im Hans-Ralfs-Haus im Wiesenhof der Öffentlichkeit übergeben. Ebenfalls um 11.30 Uhr wird der „Arbeitskreis 27. Januar“ auf dem Friedhof Haffkrug-Scharbeutz an die 1128 dort begrabenen Opfer erinnert. Und von 16 bis 18 Uhr findet in Lübeck auf dem Platz der Deportationen vor dem Hauptbahnhof ein Treffen mit einer Initiativgruppe statt. Sie erinnert an die Menschen, die von dort abreisen mussten – ohne Wiederkehr.

Um 19.30 Uhr spricht schließlich Prof. Dr. Frank Golczewski vom Institut für Osteuropa-Geschichte Hamburg in der Eutiner Kreisbibliothek über den Zweiten Weltkrieg in der Ukraine. Mitveranstalter sind Amnesty International, die Kreisbibliothek, der Friedenskreis Eutin.

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