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Gedenken an den KZ-Todesmarsch durch Ostholstein

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 05.Apr.2015 | 17:45 Uhr

An einem kaltem Apriltag des Jahres 1945 entstieg im Lübecker Hafen eine menschliche Fracht einem Elbkahn. Es waren 500 ausgezehrte, ausgehungerte, schwerkranke Häftlinge aus den Konzentrationslagern Auschwitz-Fürstengrube und Mittelbau-Dora (Harz), die von Lübeck aus auf der letzten Etappe eines Todesmarsches durch Ostholstein getrieben wurden. Nach knapp zweiwöchigem Aufenthalt im Raum Ahrensbök mussten die Häftlinge weiter nach Neustadt marschieren, wo die meisten während der Cap-Arcona-Katastrophe am 3. Mai ihr Leben verloren; nur wenige
waren zuvor vom Schwedischen Roten Kreuz durch die Aktion Bernadotte gerettet worden.

Zum Gedenken an diesen Todesmarsch lädt der Trägerverein Gedenkstätte Ahrensbök/Gruppe 33 gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Lübeck, dem Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, dem Katholischen Dekanat Lübeck,
der Stolperstein-Initiative Lübeck und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes zu einer Gedenkfeier zum 70. Jahrestag am Sonntag, 12. April, um 12 Uhr, ein. Ort der Veranstaltung ist die Gedenkstele am Lübecker Gustav-Radbruch-Platz, Ecke Fährstraße. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind willkommen. Die Veranstaltung wird musikalisch von Dennis Schwentuchowski und Daniell Fourie („KlezzJazz“) umrahmt.

Grußworte sprechen Pröpstin Petra Kallies, ein Vertreter der Jüdischen Gemeinde, Dechant Joachim Kirchhoff und Jean Paul Koepsel vom VVN. In einem Rückblick wird Monika M. Metzner-Zinßmeister, Gedenkstätte Ahrensbök, an das Leid der KZ-Häftlinge erinnern, die über Monate auf einem Todesmarsch durch Polen, Österreich und durch den Harz zum Teil in offenen Kohlewagen gekarrt und über weite Strecken zu Fuß getrieben wurden; von 1200 Menschen, die in Auschwitz losmarschierten hatten etwa 200 überlebt, als sie Holstein erreichten.

Parallel zur Veranstaltung in Lübeck gibt es von 14 bis 18 Uhr die Gelegenheit, bei einem Offenen Sonntag die Dauerausstellungen in der Gedenkstätte Ahrensbök zu besuchen.

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