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Geburtstagsfeier: Lutherkirche ist seit zehn Jahren in Vereinshand

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Es ist eine einmalige Erfolgsgeschichte: die Lutherkirche ist seit zehn Jahren in der Hand eines Vereins. Das wurde am Sonntag ausgiebig gefeiert. Pastor Ulrich Gradert hielt einen plattdeutschen Festgottesdienst. Danach gab es ein vegetarisches Buffet im Freien und am Nachmittag Musik. Selbst Probst Matthias Petersen und die Priörin vom Kloster Preetz, Viktoria von Flemming, waren Gäste.

Pastor Ulrich Gradert hatte den zersägten, morschen Stamm einer gefällten Kirsche dabei. „Damals hat die Kirche die Säge angesetzt“, umschrieb er den Übergang des Gotteshauses an den Verein Lutherkirche. Das Dorf wollte aber weitermachen. „Und wenn Kritik und Lob zusammenkommen, dann geht es auf jeden Fall weiter“, erinnerte sich der Pastor mit Leib und Seele.

Die Verantwortlichen der damaligen Landeskirche hatten offenbar die Furcht, dass in der Kirche nicht mehr das drin ist, wie es von außen aussieht. „Dann nahm uns der Verein an die Hand – Kirche und Verein gingen Hand in Hand auf einen großen Weg“, sagte Gradert. Der Verein sei voller Ideen gewesen, doch die Landeskirche habe Angst davor gehabt, dass die Kirche kaputt gemacht werde, das Heilige sollte eben heilig bleiben. Ulrich Gradert war nach eigenen Worten damals sehr traurig, weil die Landeskirche die Begeisterung der Menschen vor Ort nicht mitbekommen habe. Sie hatte Angst, dass in der Lutherkirche irgendwann mal Dessous-Moden gezeigt würden. Aus heutiger Sicht: weit, sehr weit gefehlt!

„Es war eine wunderbare Zeit“, blickte Ulrich Gradert in plattdeutscher Sprache zurück. Wenn die Kirche allerdings falsch davor sei, dann werde der Stamm von innen morsch, spielte er auf den morschen Baumstamm an. Kirche müsse sich selbst immer wieder neu erfinden, doch ihr Auftrag bleibe. Nur so passe die Kirche in die moderne Zeit. Schließlich solle keine Kirche in der Welt ein Museum sein.
Vereinsvorsitzende Angelika Heisch dankte dankte der Stiftung Gertrud, die mit einer Spende die Geburtstagsfeier in Kleinmeinsdorf ermöglicht habe. Sie stellte Ordner mit der Geschichte der vergangenen zehn Jahre vor: „Darin ist alles, was wir mit Beharrlichkeit geschafft haben“, dankte Angelika Heisch ihrem emsigen Vorstand und vielen Wegbegleitern, darunter auch der Familie.

Bürgermeister Joachim Schmidt sagte die Glückwünsche der Gemeinde.
Mit Hilfe der Lokalen Aktionsgruppe Holsteinische Schweiz (60 000 Euro), der Gemeinde (30 000 Euro) und der Kirche (30 000 Euro) sei die Lutherkirche saniert worden. „Niemand hätte gedacht, dass es so eine Erfolgsgeschichte wird“, sagte Schmidt. Durch das eigene wirtschaftliche Tun habe der Verein selbst auch viel erreicht. So werde die Kirche auch für die nächste Generation erhalten bleiben.

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erstellt am 26.Mai.2014 | 11:11 Uhr

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