Geburtshilfe bleibt unzureichend

langner

Hauptausschuss des Kreises Ostholstein reagiert zurückhaltend auf Gutachten

von
08. März 2017, 15:09 Uhr

Fast drei Jahre nach der Schließung der Geburtshilfe in der Sana-Klinik Oldenburg ringt die Politik noch immer um eine Lösung, wie die Schwangeren aus der nördlichen Hälfte des Kreises Ostholstein besser betreut werden können. Die Landesregierung hatte ein Gutachten über die Situation der Geburtshilfe in Schleswig-Holstein in Auftrag gegeben, die Empfehlung der Gutachter stellte Anette Langner (SPD, Foto), Staatssekretärin im Sozialministerium, am Dienstag dem Hauptausschuss des Kreistages vor.

Die Quintessenz: Alle Akteure, von den Hebammen über die Frauenärzte und den Rettungsdienst bis zu den Krankenhäusern, müssten bei der Betreuung von Schwangeren besser zusammenarbeiten. Frauen müssten so gut betreut werden, dass Risiko-Schwangerschaften rechtzeitig erkannt würden und es möglichst nicht zu Geburten im Rettungswagen auf dem Weg zum Kreißsaal komme.

Für die Landesregierung habe die Stärkung der Geburtshilfe einen hohen Stellenwert, sie sei auch zur Bereitstellung von Geld bereit, betonte Langner. Aber es bedürfe auch der Bereitschaft von Menschen, sich an einer Verbesserung des Angebotes zu beteiligen. Als Beispiel nannte die Staatssekretärin, dass es in Nordfriesland gelungen sei, mit den Hebammen eine Rufbereitschaft einzurichten. Sie begleiteten die Schwangeren – auch im Rettungswagen – auf dem Weg in den Kreißsaal.

In Ostholstein seien die Hebammen zu dieser Rufbereitschaft aus Furcht, verbotenerweise geburtshilflich tätig zu werden, nicht bereit. Die Haltung könne sie verstehen, räumte Langner ein, auch wenn etwas anderes wünschenswert wäre. Die Bedenken wegen einer teuren Haftpflichtversicherung, die für eine Rufbereitschaft gebraucht würde, seien in Nordfriesland durch eine Vereinbarung mit den Kassen ausgeräumt worden.

Der Ausschuss reagierte ernüchtert über die Gutachten-Empfehlungen. Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt äußerte die Hoffnung, dass sich die Hebammen doch noch umstimmen ließen. Seite 5

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen