Geburten nur noch in Eutin

Die Eutiner Sana-Klinik wird künftig der einzige Ort in Ostholstein sein, an dem es eine Geburtshilfe gibt.
Die Eutiner Sana-Klinik wird künftig der einzige Ort in Ostholstein sein, an dem es eine Geburtshilfe gibt.

Sana-Klinik Ostholstein verspricht mit der Zentralisierung in der Kreisstadt mehr medizinische Sicherheit

23-24686921_23-77733324_1455900605.JPG von
06. März 2014, 16:29 Uhr

Die Entscheidung ist gefallen. Die Geburtshilfe der Sana-Klinik in Oldenburg wird geschlossen. Lediglich eine Übergangsfrist gewähren die Sana-Kliniken Ostholstein: Bis August 2014 können Schwangere weiterhin in Oldenburg entbinden, teilte Geschäftsführer Stephan Puke mit. Mit der Zentralisierung in Eutin soll aber auch eine Verbesserung der Geburtshilfe einhergehen, versprach Puke. Es würden speziell auf die Sicherheit ausgelegte Maßnahmen ergriffen:

> Bei Erkennen von möglichen Risikosituationen durch die Hebamme oder den Gynäkologen stünden zum Ende der Schwangerschaft im Mutter-Kind-Zentrum Eutin spezielle Boarding-Zimmer zur Verfügung. Hier könnten werdende Mütter bereits vor der Geburt untergebracht und auf ein spezielles Notrufsystem aufgeschaltet werden. Die Klinik sei in unmittelbarer Nähe, so dass im Notfall Ärzte direkt zur Verfügung stünden. Das Boarding werde für die werdende Mutter kostenfrei sein.

> Künftig stehe, anders als bisher, zusätzlich auch nachts ein Rettungshubschrauber für seltene geburtshilfliche Notfalleinsätze zur Verfügung. Dadurch könnten trotz größerer Distanzen aus dem Nordkreis die Rettungszeiten im Notfall verkürzt werden.

> Die Rettungsteams würden künftig speziell für die neue Konzeption trainiert und aufeinander abgestimmt.

Skandinavische Länder praktizierten ähnliche Sicherheitskonzepte bei deutlich höheren Distanzen zur Geburtshilfe seit langem, erklärte Puke. In Ostholstein würden durch die Neuausrichtung Qualität und Sicherheit der geburtshilflichen Versorgung ebenfalls weiter verbessert.

Das Mutter-Kind-Zentrum Eutin sei ein Perinatalzentrum Level 2. Durch das Zusammenspiel von Gynäkologen und Geburtshelfern, Pädiatern und Neonatologen, Hebammen und Fachkrankenschwestern werde die Sicherheit für Mutter und Kind während und nach der Geburt zusätzlich erhöht. Nicht nur dank telemetrischer CTG-Überwachung habe das Team die Sicherheit von Mutter und Kind ständig im Blick. Der Operationssaal für Kaiserschnitte befinde sich direkt im Kreißsaalbereich, weil kurze Wege die Sicherheit erhöhten.

Für Schwangere in Oldenburg können weiterhin die Sprechstunden der Hebammen stattfinden, ebenso Angebote wie Geburtsmodusgespräche. Sämtliche Mitarbeiter, die bisher in der Geburtshilfe tätig waren, könnten weiter in den Sana-Kliniken Ostholstein tätig sein, vor allem in der Versorgung gynäkologischer Patientinnen in Oldenburg. Die Oldenburger Beleghebammen erhielten das Angebot, geburtshilflich in Eutin tätig zu werden. Um Vertrauen zu schaffen, hat die Sana-Klinik im Internet eigens ein „Forum Geburtshilfe Ostholstein“ (www.forum-oh.de) eingerichtet. Dort solle in regelmäßigen Abständen über das Konzept zur Neuausrichtung der Geburtshilfe informiert werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen