Geballter Unmut über LGS-Pläne

Die Urheber  übergaben Dieter Holst eine Petition für freie Wege in Eutin.
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Die Urheber übergaben Dieter Holst eine Petition für freie Wege in Eutin.

Bürgervorsteher Holst verspricht: Online-Petition für freie Wege durch den Stadtpark soll im Hauptausschuss diskutiert werden

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09. Juli 2015, 16:26 Uhr

Bürgervorsteher Dieter Holst (CDU) nahm gestern im Rathaus eine Unterschriftensammlung entgegen, die unter dem Motto „Freie Wege für Bürger und Besucher Eutins“ steht. Sie zielt vor allem auf einen freien Durchgang im Seepark zur Bebensundbrücke vor und während der Landesgartenschau 2016. Holst sagte zu, dass er diese Petition, die nach Angaben der Initiatoren bisher von mehr als 600 Eutinern online im Internet unterzeichnet wurde, nach der Sommerpause den Stadtvertretern im Hauptausschuss vorlegen werde.

„Nicht die Landesgartenschau an sich, sondern die hochnäsige Art und Weise, wie mit den Bürgern umgegangen wird, ist vielen Menschen in Eutin verhasst“, bekam Holst von Seiten der Petitionsurheber Christa Maria Hillebrand, Ulrike Wörle, Gerd und Helga Steuer sowie David Gutzeit zu hören. Eine weitere Unterschriftensammlung zur Öffnung eines Weges durch den Seepark, handschriftlich ebenfalls mit mehr als 600 Namen versehen, hatte Marion Migula ins Rathaus mitgebracht. Sie verwies vor allem auf die Nachteile der Sperrungen für den Minigolf-Platz.

„Überall sind Sperrgitter, jeder Eutiner wird zum unbezahlten Fremdenführer. Viele Touristen fragen doch, wo man überhaupt noch gehen kann. Und bei der Landesgartenschau sind die Hundehalter draußen vor, die können nicht mehr die gewohnten Spaziergänge machen“, klagte Christa Maria Hillebrand.

Grundsätzliche Kritik am Entscheidungsprozess der Stadtvertretung in Sachen Landesgartenschau meldete Ulrike Wörle an. „Wenn so große Bereiche wie der Seepark und die Stadtbucht von der LGS vereinnahmt werden, dann hätte es einen Volksentscheid geben müssen. Das kann ich erwarten, denn das ist doch mein Areal als Bürgerin.“ Die Stadtvertreter handelten aber oft nicht mehr als Vertreter der Bürger; zudem mangele es an frühzeitigen und genauen Informationen der Stadt.

Gerd Steuer schlug vor, den gewünschten Weg durch den Seepark durch Zäune vom kostenpflichtigen LGS-Gebiet abzugrenzen. Es sei vor allem Kindern nicht zuzumuten, die durch Engpässe für Radler und Fußgänger gefährliche Riemannstraße nutzen zu müssen, um zum Freibad oder nach Fissau zu gelangen.

Holst hielt den Unmutsbekundungen entgegen, dass die Stadtvertreter um einen Interessensausgleich bemüht seien, die LGS aber auch als große Chance für Eutins Entwicklung sähen. Die LGS werde 2016 viele Kritiker doch noch überzeugen.

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