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Polizei : GdP klagt: Mieses Klima in der Leitstelle

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Störungsanfällige Technik und trockene Raumluft machen Polizeibeamten schwer zu schaffen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlägt Alarm: Die Regionalleitstelle in Lübeck, von der aus auch die Polizeieinsätze in Ostholstein koordiniert werden, ist offenbar nur „bedingt einsatzbereit“. Auch zweieinhalb Jahre nach dem Start der Leitstelle scheint die Polizeidirektion Lübeck die Probleme nicht in den Griff zu bekommen. Längst scheint die Leitstelle für viele Kollegen zur „Leidstelle“ geworden zu sein. „Die Situation für die dort Tag und Nacht arbeitenden Kolleginnen und Kollegen ist alles andere als rosig“, kritisiert Jörn Löwenstrom, Vorsitzender der GdP-Regionalgruppe Lübeck-Ostholstein.

Dabei haben die Beamten anscheinend mit zwei Problemfeldern zu kämpfen: mit einem extrem trockenen Raumklima und mit der pannenanfälligen Leitstellentechnik. „Das Raumklima macht den Kolleginnen und Kollegen seit der Inbetriebnahme erheblich zu schaffen“, berichtet Löwenstrom. Die Beamten klagten nach wie vor über trockene Schleimhäute, brennende Augen und litten sogar an Nasenbluten, erklärt der 46-jährige Oberkommissar. Möglichkeiten, die Situation zu verbessern, seien bislang nicht erkennbar. Aus Sicherheitsgründen ließen sich noch nicht einmal die Fenster öffnen, um frische Luft in die Räume zu lassen. So bestimme ausschließlich die Klimaanlage den Luftaustausch in den mit umfassender Technik ausgestatteten Räumen.

Zusätzlich litten die Mitarbeiter unter dem Einsatzleit- und Kommunikationssystem: „Auch nach zweieinhalb Jahren kommt es fast täglich zu mehr oder minder erheblichen Störungen sogar bis hin zu Ausfällen der Technik“, klagt Löwenstrom. „Da kann schon lange nicht mehr von Geburtswehen die Rede sein.“ Die Störungen könnten meist nur von der Firma beseitigt werden, die die Systemtechnik geliefert habe.

Die Folge der Misere: Die Stimmung der Kollegen sei im Keller, der Krankenstand hoch. Viele Beamte wollten nur noch weg und die Dienststelle wechseln. Gleichzeitig ließen sich kaum noch neue Kollegen für einen Dienst in der Leitstelle begeistern. Da keine Fortschritte bei der Lösung der Probleme erkennbar seien, habe sich unter vielen Mitarbeitern der Leitstelle und ihren Vorgesetzten bereits Resignation breitgemacht.

Innenminister Andreas Breitner (SPD) hörte gestern auf OHA-Anfrage am Rande der Vereidigung angehender Polizeibeamter in Eutin nach eigenen Angaben zum ersten Mal von den Problemen. „Die Defizite müssen wir lösen, das darf es nicht geben. Das beinhaltet schon meine Fürsorgepflicht“, erklärte Breitner. Der Leiter der Polizeiabteilung im Innenministerium, Jörg Muhlack, kündigte an, dass es heute im Innenministerium klärende Gespräche geben werde.

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erstellt am 30.Sep.2013 | 10:16 Uhr

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