Landesgartenschau : Gartenschau: Grüne sagen "Ja, aber..."

Die Grünen in der Stadtvertretung haben mehrheitlich eine Bewerbung der Stadt um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2016 zugestimmt.

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09. März 2012, 11:28 Uhr

Eutin | Das sei an Bedingungen geknüpft gewesen, die von der Mehrheit der Stadtvertretung weitgehend akzeptiert worden seien, berichtete gestern der Fraktionsvorsitzende Jörg Sommerfeld.

In der nicht öffentlichen Beratung akzeptiert worden ist, wie Sommerfeld ausführt, dass die Landesgartenschau vor dem Hintergrund nachhaltiger Investitionen unter Klimaschutz- und Naturschutzziele gestellt werde. Bei städtebaulichen Maßnahmen müssen Kernpunkte wie Schlossterrassen, Bahnhofsumfeld und Stadtbucht enthalten sein. Und der absehbaren Erhöhung des Schuldenstandes durch die Landesgartenschau ein erheblicher, nachhaltiger Mehrwert für die Stadt entsteht.
Zustimmung nach reiflicher Überlegung erfolgt

Die Zustimmung sei nach reiflicher Überlegung erfolgt, weil in den Bewerbungsrichtlinien für die Gartenschau eine Absicherung von Grün- und Naherholungsflächen, eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und des Stadtklimas enthalten seien. Diese Ziele stünden, teilweise mit sehr konkreten Vorhaben , auch im Landschaftsplan der Stadt. Aber eine Mehrheit habe es für freiwillige Naturschutzmaßnahmen bisher in der Stadtvertretung trotz wiederholter grüner Anträge nicht gegeben. Sommerfeld: "Wir sind daher skeptisch, dass die Stadtvertretung unter dem Motto einer Landesgartenschau künftig Verbesserungen für Landschaftsbild und Naturhaushalt beschließen und umsetzen wird. Schließlich sind die vorrangigen Motive, Impulse für Wirtschaft und Tourismus zu schaffen."

Die Grünen fürchten, dass naturnahe Seeuferreste unter der Gartenschau leiden werden. Und dass die Stadt neben Weberschul-Erweiterung, Sport- und Speiseräumen für Wisserschule sowie Feuerwehrhaus finanziell überfordert werde.
"Sehen mit Sorge zunehmende Leerstände in der Innenstadt"

Aber man sehe in der Bewerbung auch die Chance, eine wachsende Aufbruchstimmung bei der Arbeit am Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) zu nutzen und auszubauen. "Auch wir sehen mit Sorge zunehmende Leerstände in der Innenstadt und zu wenig Erfolge von Initiativen, die Eutin für Einheimische und Gäste attraktiver machen wollen."

Schließlich bekundeten die Grünen auch Vertrauen in Bauamtsleiter Bernd Rubelt und Landschaftsarchitektin Urte Schlie: Beiden unterstelle man nicht "flurschadenstiftenden Eventhunger", sondern auch einen grünen Daumen.

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