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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 07:49 Uhr

Garten versinkt im Hochwasser

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Seit November steigt die Flut hinter dem Haus von Familie Jagszent unaufhörlich – sie hofft nun auf Hilfe von Behörden und WBV

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 16:15 Uhr

Viele Menschen träumen von einem Haus am See, der Sänger Peter Fox landete damit 2008 einen Hit. Doch für Sigrid und ihren Mann Hans Jagszent im Malenter Ortsteil Neversfelde ist diese Vorstellung zu einem Alptraum geworden. Denn die riesige Wasserfläche hinter ihrem Haus hat den Garten verschlungen, den sie seit 40 Jahren hegen und pflegen.

Das „Ufer“ befindet sich wenige Meter vom Haus entfernt. Hochbeete, Apfelbäume, ein Kirschbaum, der rund 300 Quadratmeter große Gemüsegarten, Himbeer- und Stachelbeersträucher, Buchsbäume, ein kleiner Schuppen: Alles steht mehr oder weniger tief im oder ganz unter Wasser. „Seit November läuft es voll und nicht wieder ab“, berichtet die Hausbesitzerin. Und das Wasser steige weiter.

Ihr Garten ist zwar am stärksten in Mitleidenschaft gezogen, doch auch Teile der Nachbargrundstücke links und rechts sind zum Teil „abgesoffen“. Sigrid Jagszent schätzt, dass die Wasserfläche mittlerweile 5000 Quadratmeter groß ist. „Im vergangenen Jahr haben wir noch 3000 Quadratmeter Land dazugekauft, weil wir uns stärker selbst versorgen wollen.“ Daran ist derzeit nicht zu denken. Die hinzugekaufte Fläche steht komplett unter Wasser. Es fehlt nicht viel, dann läuft das Wasser über den Grebiner Weg (K  57) auf die dahinter liegenden Felder.

Dass sich in der Senke in regenreichen Zeiten ein kleiner Tümpel gebildet habe, sei normal gewesen. Er habe vielleicht zehn Meter Durchmesser gehabt, im Sommer sei er auch mal fast trocken gefallen. Doch zu Weihnachten hatte sich die Lage so verschärft, dass die Jagszents sich an die Untere Wasserbehörde des Kreises Ostholstein wandten, nachdem sie zuvor schon die Gemeinde und den Wasser- und Bodenverband (WBV) Schwentine eingeschaltet hatten. Jetzt setzt Sigrid Jagszent alle Hoffungen auf einen Ortstermin mit Wasserbehörde, WBV und Gemeinde. Er soll – nachdem er schon einmal verschoben wurde – am kommenden Montag (15. Februar) stattfinden.

Die Jagszents rätseln über die Ursache für das Hochwasser. Gerd Schumacher, Landwirt aus dem benachbarten Radlandsichten und 15 Jahre lang Vorsitzender des WBV Schwentine, hat das Unheil dagegen seit längerer Zeit kommen sehen. „Über mehrere Jahre hatte ich auf dem Acker auf der anderen Straßenseite regelmäßig eine Versackung“, berichtet er. Mehrmals habe er das rund 1,60 Meter tiefe Loch mit Mutterboden verfüllt und die Gemeinde auch mehr als einmal darüber informiert. Für ihn ist klar: Die aus den 1920er-Jahren stammende Leitung, mit der die Senke bislang entwässert wurde, ist an dieser Stelle zusammengebrochen.

Eine Sanierung der maroden Leitung wäre mit großem Aufwand verbunden, sagt Schumacher. Denn diese führe unter dem Grebiner Weg durch, unter dem, anders als früher, etliche Ver- und Ensorgungsleitungen lägen. Die Kosten müssten wohl die Anlieger tragen, da es sich nicht um eine WBV-Leitung handele, sagte WBV-Verbandsingenieur André Stoffer.

Doch Schumacher schwebt eine günstigere Lösung vor. Er will eine neue Entwässerung schaffen, ohne die Straße zu queren. Parallel zum Grebiner Weg laufe seit den 60er-Jahren ein Kanal zur Oberflächenentwässerung der Siedlung. 20 Meter Graben und 20 Meter Rohre wären nach seiner Einschätzung nötig, um die Senke in diesen Kanal zu entwässern. Schumacher: „Das ist für 2000 bis 3000 Euro gemacht.“ Dafür sei aber die wasserrechtliche Genehmigung des Kreises unabdingbar. Ob dies eine machbare Lösung ist, bleibt offen. Von der Wasserbehörde war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

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